Tonträger

Tracklist

1. Death And Confrontation
2. Godless 
3. The Scare 
4. In Those Days
5. D.A.R.K. 
6. Horrorock 
7. Ziggy Stardust 
8. The Game 
9. . 
10. Deep Blue  
11. Japanese Chaos  
12. XXXxxx  
13. . 
14. Japanese Trash  
15. I Can't Stand It Anymore
16. Alone

BALZAC

Deep Blue-Chaos from Dark-Ism

VÖ: 16.02.2007
Label: G-Force Records
Web: http://www.balzac-europe.com/

Willkommen in der japanischen Geisterbahn! Nach dem französischen Schriftsteller Honoré de Balzac, der uns in der entfernteren Vergangenheit diverse literarische Ergüsse bescherte, benannt, frönt sich diese Formation aus dem Land der aufgehenden Sonne dem Horrorpunk, einem Genre, das zuletzt stetig steigende Anhängerzahlen verzeichnen konnte. Nichtsdestotrotz bedarf es allerdings einer gewissen Qualität, um ein Stück vom Kuchen der Beliebtheit abzubekommen. Eine solche lassen Balzac auf ihrer neuesten Veröffentlichung jedoch größtenteils vermissen.

Die altbekannte Phrase ‚Qualität statt Quantität’ wird von den Japanern gepflegt mit Füßen getreten. In diesem Sinne machen auf „Deep Blue – Chaos From The Dark-ism II“ fulminante zwanzig Songs die Runde, die meines Erachtens gerne noch das eine oder andere Mal durch die Destille hätten gejagt werden können. Grundsätzlich ist an dem Prinzip der Mischung aus eingängigen Passagen mit chaotischen Elementen nichts auszusetzen. Besonders auffällig sind die fast schon aufdringlichen Background-Vocals, die sich zumeist auf die in japanischen Gefilden typischen Ooohs und Aaahs beschränken. Diese finden sowohl bei Uptempo-Nummern wie „Godless“ oder „I Can’t Stand It Anymore“ als auch im Zuge einer gedrosselten Geschwindigkeit („The Score“, HorroRock“, „Deep Blue“) uneingeschränkt ihre Berücksichtigung.

Soweit so gut, dennoch entwickelt sich während der 77 Minuten Spielzeit schnell eine Liste von Songs, die man getrost streichen kann. Das vier Minuten lange Intro „Death And Confrontation“ ist beispielsweise getrost streichbar, ebenso zu vernachlässigen sind die unspektakuläre Ballade „Ziggy Stardust“ und die unbetitelten Songs Nummer neun und dreizehn, die mit einer – gelinde gesagt – bekloppten Depri-Mucke aufwarten. Des Weiteren ist die gesamte Produktion keineswegs zweitgemäß, da kaum druckvoll und mit äußerst viel Probenraum-Flair versehen.

Spricht die Album-Info von „eingängigem und melodischem Poppunk, der mittlerweile abseits aller Vorbilder in einer eigenen Liga spielt“, so sei hinzugefügt, dass dieses Resümee nicht immer automatisch positiver Natur sein muss. Gute Ansätze sind zweifelsohne zu erhören, dennoch darf man gerne angesichts einer aktiven Schaffenszeit von mittlerweile 15 Jahren ein ganzes Stück mehr erwarten. 

28.02.2007 Jack