Tonträger

Tracklist

Disk: 1
1. Intro
2. The Kings For A 1000 Years
3. Eagle Fly Free
4. Hell Was Made In Heaven
5. Keeper Of The Seven Keys
6. A Tale That Wasn't Right
7. Mr. Torture
8. If I Could Fly
9. Power

Disk: 2
1. Future World
2. The Invisible Man
3. Mrs. God
4. I Want Out
5. Dr. Stein
6. Occasion Avenue
7. Halloween

HELLOWEEN

Keeper Of The Seven Keys – The Legacy World Tour 2005/2006 Live In Sao Paulo

VÖ: 23,02,2007
Label: Steamhammer
Web: http://www.helloween.org/

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Scheinbar hat der deutsche Heavy Metal-Dauerbrenner namens Helloween den letzten Zug verpasst, in den all’ diejenigen Bands eingestiegen sind, die vor den Festtagen noch schnell ein Lebenszeichen von sich geben wollten. Soviel zum guten Willen, denn betrachtet man es rational, dann geht es im Grunde ausschließlich um die schnelle und möglichst mühelose Kohle, die es aus den Taschen der Fans zu ziehen gilt. Aber würden Helloween ihren treuen Fans so etwas antun?

Antwort: Konjunktiv beiseite, sie tun es! „Keeper Of The Seven Keys – The Legacy World Tour 2005/2006 Live In Sao Paulo“ ist ein klassisches Best Of-Album im Live-Gewand. Unter den insgesamt 16 Songs, die aufgrund ihrer Länge auf zwei Silberlinge verteilt werden mussten, befinden sich selbstverständlich jede Menge Klassiker. Aber gehen wir der Reihe nach vor.

Dieses Werk soll natürlich zünftig eröffnet sein, dementsprechend gibt es ein knapp über zwei Minuten langes Intro – so schreibt es eben das Einmaleins des Metalalbum-Knigges vor: Werte Formation des melodischen Metal-Genres, veröffentlichst du ein Album, reserviere den ersten Track für eine angemessene Einleitung…und du wirst jedenfalls nicht aus dem Rahmen fallen. Kaum ist die Quote erfüllt, wird mit „The King For A 1000 Years“ die Ausdauer ordentlich auf die Probe gestellt. Zwar lässt sich die ganze Sache noch gut an, doch nach über 13 Minuten flaggen die Ohren Halbmast. Und wenig später durchbricht der Helloween-Evergreen „Keeper Of The Seven Keys“ ein weiteres Mal die 13-Minuten-Grenze. Durchhaltevermögen sollte also vorhanden sein. Die anschließenden „Mr. Torture“, „If I Could Fly“ und „Power“ verlieren sich fast angesichts der Songwriting-Brocken.

Ein kurzer Blick auf die Tracklist von CD Nummer zwei lässt erahnen, dass auch hier endlose Songs auf dem Programm stehen. Eine weitere Stunde Spielzeit, aufgeteilt auf sieben Songs – möglich machen dies der Opener „Future World“, „Occasion Avenue“ (ausnahmsweise aufgezeichnet in Japan) und „Halloween“ (dieser Beitrag stammt nochmals ausnahmsweise von einem Gastspiel in Tschechien). Eingekesselt dazwischen entdeckt man mit „Mrs. God“, „I Want Out“ und „Dr.Stein“ erneut klassische Helloween-Nummern, die einfach zu einem Live-Spektakel dazugehören.

Die Hit-Dichte ist hoch, und nicht minder positiv zu erwähnen ist die dauerhafte Präsenz des Publikums. Stimmgewaltig und textsicher wird das Quintett unterstützt, was für eine sympathische Atmosphäre sorgt. Dennoch ist die gesamte Produktion viel zu poliert ausgefallen, Schlagzeug und Gitarren sind hauchdünn vorhanden und man vermisst über die zwei Stunden hinweg eine gewisse Unbändigkeit.

So, und nun stellt sich erneut die bekannte Frage nach der Brauchbarkeit dieses Albums. Natürlich ist es durchaus legitim, elf Jahre nach „High Live“ ein frisches Bühnen-Dokument auf den Markt bringt. Dieser Sachverhalt schützt jedoch nicht davor, dass Helloween mit „Keeper Of The Seven Keys – The Legacy World Tour Live In Sao Paulo“ eher eine Unterlegscheibe für die Tannenbäume echter Fans zu bieten haben.

28.02.2007 Jack