Tonträger

Tracklist

1. Defeated
2. Broadcasting
3. Hailing on Me
4. Blackstone
5. Industry Standards
6. Give'r (Reprise)
7. One Left Satisfied
8. Come Around
9. In Case of Fire
10. Market Demands
11. In/Tuition

COMEBACK KID

Broadcasting

VÖ: 16.03.2007
Label: Victory Records
Web: http://www.comeback-kid.com/

Im Grunde könnte man die Tastatur in Bezug auf das frische Comeback Kid-Werk “Broadcasting…” vor zu vielen Einschlägen verschonen. Anlass dafür ist die Tatsache, dass dieses Album schlichtweg ein Großartiges geworden ist, ein gewaltiger Brocken, eine äußerst sympathische Brechstange, eine Liebeserklärung an alle, die den melodischen Hardcore der hochwertigsten Sorte favorisieren.

Dennoch hat auch in diesem Falle das Detail seine Berücksichtigung verdient. Mit Spannung erwartet wurde mit Sicherheit die Leistung von Andrew Neufeld, der nach dem Ausscheiden von Sänger Scott Wade den Posten des Frontmannes übernommen hat. Kann er tatsächlich an die stimmlichen Qualitäten seines Vorgängers anknüpfen? Ja, er kann, und zwar unbestritten. Prinzipiell klingt Neufelds Organ sogar sehr ähnlich, im Vergleich zu Wade verleiht er den Songs eine Extra-Portion an Aggressivität.

Musikalisch betrachtet sind Comeback Kid vom ursprünglich eingeschlagenen Kurs nicht abgewichen. Wie bei „Turn It Around“ und „Wake The Dead“ werden zu keinem Zeitpunkt Gefangene genommen. Dabei startet „Broadcasting…“ mit „Defeated“ und dem Titeltrack noch sehr gesetzt mit einem gemäßigten Tempo. Doch bevor der Gedanke aufkommt, das Quartett würde sich von dem hohen Drehzahlbereich abwenden, wird bei „Hailing On Me“ der Knüppel aus dem Sack geholt. Fortan stehen Kompromisse nicht mehr zur Debatte, was unter anderem brachiale Uptempo-Nummern wie „Industry Standards“ und kurze „Give’r (Reprise)“ eindrucksvoll belegen. Die letzten Zweifel werden mit „Come Around“ und „In/Tuition“ – den unbestrittenen Highlights dieses Albums – endgültig ausgeräumt.

„Broadcasting…“ liefert die eindeutige Bestätigung, dass Comeback Kid die qualitativ hochwertigste Band im Victory-Stall sind, und wirft die Frage auf, warum das stark aufstrebende Chicagoer Label nach wie vor hauptsächlich auf durchschnittlichen Metalcore setzt. Die vorliegenden elf Songs – übrigens erneut von Bill Stevenson im honorigen Blasting Room in das passende Format gebracht – lassen keine Enttäuschung zu und haben eine intensive Berücksichtigung allemal verdient.

28.02.2007 Jack