Tonträger

Tracklist

1. The Sea.
2. In Your Sigh
3. Missing
4. Cars. Alarms.
5. Beneath The Breeze
6. Where Rivers Turn
7. Ponds
8. Grained Departures
9. Unraveled And Tangled
10. The Unlikely Event 

DOI

Sing the Boy Electric

VÖ: 19.01.2007
Label: Quatermain Records
Web:
www.doimusic.com

Dänemark ist das neue Island, zumindest musikalisch gesehen. Denn während der kleine Staat mit der Hauptstadt Reykjavik im Moment tief zu träumen zu scheint, beschert uns unser Nachbarland Dänemark derzeit allerlei große musikalische Klangspielereien. Bekannteste Band sind sicherlich Under Byen, die letztes Jahr wieder ein wirklich gelungenes Album heraus gebracht haben und deren Auftritt beim Roskilde Festival sicherlich das mitreißendste Konzert des letzten Jahres gewesen ist.

Doch damit nicht genug, es geht noch verschwommener und skizzenhafter als Under Byen oder die gesamte isländische Konkurrenz wie Sigur Ros, und die Band, die das schafft, nennt sich Doi. Die Band, die sich 1999 in Aarhus gegründet hat und wenig später nach Kopenhagen zog, um es dann mit zwei Eps zu schaffen, die Kritiker allesamt in ihren Bann zu ziehen. Doch trotz exzellenter Würdigungen ist die Band nur einer Handvoll Menschen bekannt. Aber das wundert einen nicht, denn den meisten Menschen fällt es schwer, sich in Musik fallen zu lassen und darin zu versinken. Genau das passiert nämlich bei "Sing The Boy Electrtic". Glockenspiele, Streicher, schattierte Stimmen und ein Hauptgesang, der aus dem Hintergrund leise flüstert, damit arrangieren sie gerne, das ist immer sehr lieblich und vor allem traumwandlerisch und herrlich unirdisch.

Aber Doi setzen gelegentlich in ihren Songs mächtige Klangspitzen ein, die mit dunklen und dicht verhangenen Gitarrenklängen denn Songs in ungeahnte Höhen schrauben. Und bei "Missing" ist dann sogar eine hoffnungspendende Melodie dabei entstanden, während bei "Beneath The Breeze" eine Säge zum Weinen gebracht wird und dem Schlagzeug wirklich scheppernde Klänge entlockt werden, die zusammen dann sich gen Himmel schrauben. Auch wenn es leiser wird wie bei "Where Rivers Turn", wo eine einsame Trompete und eine elektrische Orgel den Ton angeben, wirkt alles doch so herrlich schwelgerisch und glanzvoll. Wirklich eine tolle Platte.

25.02.2007 Hauke