Konzertbericht

HALBER SPASS

+44
31.01.2007, Hamburg, D-Club

Die Hiobs-Botschaft traf viele  Fans wie ein Paukenschlag: Travis Barker, Show-Drummer, früher bei Blink182,  Boxcar Racer und jüngst Taktgeber bei +44, musste die Tour abbrechen, weil er  sich einen Arm gebrochen hat. Hat er die letzten Shows - man höre und staune -  noch als einarmiger Bandit gespielt, rieten ihm die Ärzte dann doch zum Abbruch  der Tour, wenn er in Zukunft weiterhin hinter der Schiessbude sitzen will.  Viele befürchteten den kompletten Abbruch der +44 Tour, aber die Recken um Mark  Hoppus entschieden sich mit Gil Serone, einem Busenkumpel von Travis Barker,  für einen Ersatzdrummer und führten die Tour fort, nicht zuletzt weil zu  Blink182-Zeiten schon genug Tourneen abgesagt wurden. So füllte sich am  Mittwoch Abend also der ausverkaufte D-Club in Hamburg, während die erste  Vorband Our Lunar Activities schon sehr früh anfing und nach 20 kurzen Minuten  auch schon wieder die Bühne freigab für die zweite Vorband The Tommys aus  England, die mit ihrem Girlie-Rock´Roll unüberhörbar den Donnas nacheiferten.

Nach einer langen Umbaupause war  es dann endlich so weit: Mark Hoppus und Kollegen kamen ohne Intro auf die  Bühne und legten los. Natürlich waren viele Augen sofort auf den Ersatzdrummer  Gil Serone gerichtet und viele waren gespannt, ob er seine Sache denn auch gut  macht. Und ich denke ich war nicht der einzige, den dieser Wahnsinns-Drummer  staunend hinterliess. Sowohl die gewitzte Verspieltheit, die derben Eier als  auch das gekonnte gegen den Takt spielen von Travis Barker beherrschte Gil  Serone mindestens genauso gut und war somit ein verlässlicher Ersatzdrummer,  der auf dem grünen Acryl-Schlagzeug von Travis Barker eine richtig gute Figur  machte. Trotz miesem Sound, was wohl eher an der durchgelutschten Anlage im  D-Club lag, war die Stimmung super und Hits wie "When You´re Heart Stops  Beating" und "Interlude" wurden ordentlich abgefeiert. Auch wenn  der Gesang von Mark Hoppus und vor allem die Backing-Vocals teilweise  fürchterlich schief und unsauber waren, rockten +44 sympathisch den  ausverkauften D-Club. Mark Hoppus war gewitzt wie zu Blink182 Zeiten, nur nicht  ganz so albern und sein Bass-Spiel hat sich extrem verbessert. Und somit  beendeten +44 nach fast genau 44 Minuten und einem Cover von Berlin - "The  Metro" als Zugabe ein sympathisches aber eher unspektakuläres Konzert.

BERICHT: Marten

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