Konzertbericht

UNTERWEGS MIT HERRN KAISER

RIPCHORD
27.01.2007

Schwierig, schwierig. In der heutigen Zeit als britische Newcomer-Band noch mit einem eigenständigen, innovativen Stil zu überraschen, ist angesichts der Fülle an aufkommenden Gruppen schon fast ein Ding der Unmöglichkeit. Besonders, wenn man sich auch noch dem Gitarrenrock verschrieben hat.

Die Mühe wollen sich Ripchord gar nicht erst so richtig machen. Denn zu klar sind ihre musikalischen Referenzen: Die drei Jungs und die eine Dame aus dem englischen Wolverhampton kombinieren den jugendliche Charme von Supergrass mit der Britpop-Verschmitztheit der frühen Blur und mischen die Intensität der Kaiser Chiefs dazu. Gutes Stichwort: Mit den Herren Kaiser ziehen sie momentan zwar nicht von Hamburg nach Mannheim, heizen aber der Menge in den verschwitzten englischen Clubs als deren Vorband ein.

Kein Problem also, sollte man meinen, auch den Berlinern ihre catchy Hooks an den Kopf oder vor die Füße zu werfen. Und genau so kommt es. Erfrischend und technisch sehr gut spielen sie sich eine knappe halbe Stunde durch ihr noch schmalbrüstiges Programm. Darunter u.a. ihre erste, aktuelle Single „Lock Up Your Daughters“, die durch ihr melodisches Gitarrenspiel zu überzeugen weiß. Insgesamt ein kleiner, intensiver und sehr charmanter Auftritt.

Es ist zu vermuten, dass das zur Zeit mit Ian Broudie (Lightning Seeds-Sänger und The Coral-/ The Zutons-Produzent) produzierte Album den britischen Gitarrensound nicht neu erfinden wird. Aber für den einen oder anderen unterhaltsamen Moment wird Ripchord sicherlich sorgen. Einen interessanten Vorgeschmack haben sie heute abend jedenfalls schon mal hinterlassen.

BERICHT: Henning

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