Tonträger

Tracklist

1. Signs of summer
2. Headlong
3. Static
4. The shiver pt1
5. The shiver pt2
6. Water and a sewer
7. Anything anything
8. Hello
9. Happy endings
10. Milk and honey
11. A coherence
12. Apena

Kju:

Setting Sun

VÖ: 19.01.2007
Label: Treasure Tapes
Web: http://www.kju-music.de

„Ich schick euch mal eine Platte aus Hannover rüber. Die ist was für euch. Ganz feines Zeug, Digger!“ Dieser Satz sorgte in der Vergangenheit regelmäßig dafür, dass die halbe Redaktion krank war und der Rest für Wochen nicht mehr erreichbar war. Schuld daran waren musikalische Ausfallerscheinungen wie Fury In The Slaughterhouse oder ein Metalpaket von SPV mit musikalischen Highlights in Form von Helloween, Saxon oder Metal Church.

Nur gut, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Soll heißen, alle drei Jahre wird die Reihe der edlen Perlen durchbrochen und echte Musik dringt zu uns in den hohen Norden. Hersteller dieser redaktionsfreundlichen Musik sind Kju:. Nach „Draw Lines On“ und „The Pieces Fit“ begeistern sie uns im Jahre 2007 mit ihrem neuesten Produkt namens „Setting Sun“.

Über die einzig gute Eigenschaft, Kontinuität, der bereits oben erwähnten Spitzenbands verfügen auch Kju:. Anstatt wie so viele Bands, egal, ob national oder international, den neuesten Trends hinterher zu rennen und möglichst jedes neue Album in ein komplett anderes Gewand zu stecken, setzen Kju: musikalisch auf minimale Änderungen. Somit muss das Schuladendenken leider aussetzen, da die Hannoveraner Jungs in kaum eine der derzeitigen vorherrschenden Musikstile passen. Den jungen Leser, denen solch schwammige Formulierungen so überhaupt nichts sagen, kann man dem so schönen Wort Emo-Rock einen kleinen versteckten Hinweise geben.

Die Behauptung, dass es nur kleine Änderungen gibt, ist rein musikalischer Natur. Das letzte Jahr bescherte der Jungs ein neues Label und einen zusätzlichen Gitarristen, um die Liveperformance noch ein bisschen aufzubohren. Produzent Guido Lucas (Blackmail, Ken, Urlaub in Polen), der auch schon für den Vorgänger zu ständig war, beweist sein goldenes Händchen indem er den Songs ihre Eigenständigkeit lässt und auch sonst sehr behutsam an den Reglern geschraubt hat. Auf Spielereien wie technische Effekte oder übertriebene Soundwände, die sich künstlich in den Himmel schrauben und live für lange Gesichter der Fans sorgen, da eine realistische Darstellung in den Clubs unmöglich ist, wurde verzichtet.

Leider bzw. Glücklicherweise können sie dem Klischee der typischen Emoband nicht gerecht werden. Jubel, Trubel, Heiterkeit kennzeichnen „Setting Sun“. Kein Vergleich zu anderen Bands dieses Genre, die jeden Abend unzählige Tode auf der Bühne sterben. Songtitel wie „Signs of Summer“ oder „Milk And Honey“ sind auch denkbar ungeeignet, um den kompletten Weltschmerz zu verarbeiten. Dies bedeutet aber nicht, dass es hier emotionsfreien Rock gibt. Ganz im Gegenteil. Gitarren und Gesang verkörpern gemeinsam den Spaß, den die Band auch auf der Bühne während ihrer Liveshows auf das Publikum überträgt. Laut oder leise; schreien oder melodischer Gesang; diese Album bietet viele Facetten und steigert die Vorfreude auf die anstehende Tour. Selten hat Kontinuität so gerockt.

29.01.2007 Tim