Tonträger

Tracklist

1. Dont´Watch That
2. Everybody
3. This Here Music feat. Speech of Arrested Development
4. The Idea Feat. de La Soul     Reinhören
5. What You Want ( Taylormade) Feat. Taylor McFerrin, Joy Jones, Jason
6. Closer Feat. Maceo
7. Oh! Feat. Bahamadia And Zion I
8. Aim For Your Goals Feat. Eska
9. Sweating For Your Salary Feat. Wummi And Dele Sosimi
10. Sophisticated And Coarse Feat. Eska
11. L.O.V.E. ( No Matter What) Feat Vula
12. Hustle ( Thats Why We) Feat. Rich Medina

TY

Closer

VÖ: 13.10.2006
Label:
Ninja Tune
Web:
www.ty.com

Es ist sicherlich keine Neuigkeit mehr, wenn ich euch erzähle, dass HipHop aus dem Vereinten Königreich seit einigen Jahren richtigen Erfolg feiert. Namen wie Dizzee Rascal, Roots Manuva oder The Streets sind schon lange keine Außenseiter mehr, auch wenn sie der amerikanischen Konkurrenz nie das Wasser reichen können. Aber ihr Vorteil ist, sie können sich künstlerisch mehr austoben, können auch mal über Nettigleiten rappen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, nicht mehr ernst genommen zu werden.

Mit Ty steht der nächste Brite vor uns, um sein drittes Album "Closer" zu präsentieren. Auch dieses ist wieder von guten Eltern, denn hier perlen interessante und entspannte Sounds ineinander. Einerseits tauchen hier nahezu unsichtbare elektronische Funkelemente auf, aber er verwurzelt auch Orgelfragmente wie bei "Everybody", und seine Nu Jazz Vergangenheit streift er wie bei "What You Want" nicht ab, sondern bindet sie mit ein. Dann noch leichte Bläser und manchmal Background-Chöre, und so zaubert der Mercury Prize nominierte Ben Chijioke alias Ty ein relaxtes und dennoch groovendes Album. Bei diesem Album geht es dann auch nicht um das übliche Pling Pling, sondern hier wird Wortwitz, Humor und ziemlich akzentfreies Englisch gerappt.

"Closer" hat also eigentlich gar nichts mit amerikanischem HipHop zu tun, dennoch besteht seine ergiebige Gästeliste aus einigen US-Stars von De La Soul oder Speech (Arrested Development), wie man merkt, auch alles Freigeister, die mal andere Wege gehen. Von daher ergänzt sich alles sehr gut, und Ty lässt sich nicht zu sehr reinreden, achtet darauf, dass er das Zepter selbst in der Hand hält. Die Gäste können sich gerne einbringen, Entscheidungen trifft er aber alleine. Wieder ein kleiner Geniestreich aus England.

16.01.2007 Hauke