Tonträger

Tracklist

1. Take me
2. Everything for you
3. Shotgun
4. Eyes of the world
5. Now's the time
6. In your eyes
7. Just us
8. There's a moment
9. This is wretched
10. Too loose
11. Framed then failed
12. Xanthology

Only Crime

Virulence

VÖ: 19.01.2007
Label Fat Wreck
Web:
www.onlycrime.com

Die Allstars geben im Hause Fat Wreck den Startschuss in das neue Jahr. Only Crime, gemeinhin bekannt als die Gruppierung, die Musiker von Bands wie Good Riddance, Descendents, Bane, Gwar und Hagfish unter einen Hut bringt, legen mit „Virulence“ den hoch antizipierten Nachfolger zum guten Debüt „To The Nines“ vor.

Mehr als legitim ist die Frage, welche Entwicklung das Quintett wohl über ihre Klänge haben ergehen lassen. Die Antwort ist eindeutig: keine! Stilistisch bewegen sich Only Crime nach wie vor im Bereich des dunklen Punkrock, der Sound ist wieder einmal im Blasting Room auf ein Optimum gebracht worden und das Ganze ist mit einer Spielzeit von 27 Minuten ein weiteres Mal sehr kurz für eine Langspielplatte ausgefallen. Und? Schließlich wusste genau dieses Rezept beim Vorgänger auch zu überzeugen. Never change a winning team.

Prinzipiell lässt sich „Virulence“ auch vielversprechend an, denn mit „Take Me“ und „Everything For You“ steht ein Begrüßungskomitee bereit, dass jede Menge Qualität an den Tag legt. Verspielte, teilweise dissonante Gitarren flechten um die Wette und ziehen plötzlich in Refrain melodisch an einem Strang, um dem mehrstimmigen Gesang eine angemessene Basis zu bieten. Dies läuft natürlich nicht ohne die geeignete Rhythmus-Sektion, bei der Trommel-Legende Bill Stevenson mit seinem präzisen Schlagzeugspiel zeigt, dass er über die Jahre kein Bisschen verlernt hat. Insofern geht das Konzept der Linientreue also auf.

Dennoch schaffen es Only Crime leider nicht, das hohe Anfangsniveau zu halten, auch wenn sie sich zwischenzeitlich von ihrer abwechslungsreichen Seite – während „There’s A Moment“ das Tempo kurz hochschraubt, folgt mit „This Is Wretched“ eine schleppende Ballade – zeigen. Diesem Album fehlt einfach die nötige Konstanz und Greifbarkeit. Natürlich ist es nicht das Anliegen der Formation, aufgrund des aggressiven Rankin’schen Gesangs wie ein Good Riddance-Plagiat zu klingen, trotzdem wünscht man sich im späteren Verlaufe der zwölf Songs ab und zu das Verlangen nach einem Songwriting, das einen auf der Stelle packt, anstatt mit zumeist vertrackten Passagen die Hörerschaft zu zahlreichen Durchläufen zu zwingen, ehe die Musik tatsächlich ankommt. Damit soll nicht gesagt sein, dass die Musik auf „Virulence“ nicht gelungen ist, sie ist nur mit viel Arbeit verbunden, die man so aus der Fat Wreck-Schmiede nicht gewohnt ist.

15.01.2006 Jack