Tonträger

Tracklist

1.Demonstrations Of The Shelf
2.Our Daily Routine
3.Wake Up
4.Walk Away
5.Divided In For Years
6.Million Miles

DEFCON

Fuel The Fire

VÖ: 20.12.2006
Label:
FinestNoiseReleases
Web:
www.defconrock.com

Defcon, Defcon…da war doch irgendetwas bezüglich dieser Wortschöpfung? Der Begriff, der hier nach einer dubiosen Firma im Rahmen einer Knight Rider-Folge klingt, steht für das weltweit größte Treffen von Computerhackern. Und neuerdings auch für eine junge Band aus österreichischen Landen. Mittlerweile ist diese Herkunft eine Art Qualitätssiegel, dementsprechend dürfen wir gespannt sein.

Mit Qualität bekam der Sechser es bereits im Laufe der noch frischen Karriere zu tun, immerhin durfte man bereits die großen Boy Sets Fire auf deren Tour unterstützen. Im Zuge dieser Unterrichtseinheit scheinen die Jungs äußerst aufmerksam gewesen zu sein, denn „Fuel The Fire“ ist eine stark rockende EP mit einer kraftvollen Produktion. Es ist schon verblüffend, mit welch einem guten Sound viele Nachwuchs-Formationen aufwarten können. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen gute Songs aus der Feder hoffnungsvoller Acts an einem miesen Klang krankten und der ihnen eigentlich gebührende Ruhm leider ausbleibt.

Dieses Problem stellt sich für Defcon wie gesagt nicht, also können sie ihre Variante des Screamo vollends ausleben. Diese ist gar nicht einmal absonderlich, sie entspricht sogar klar den Konventionen dieses Genres. Soll heißen, dass auch auf „Fuel The Fire“ Melancholie auf Wut treffen. Gesanglich setzen die Grazer auf Arbeitsteilung, denn während ein Sänger den melodischen – jedoch dankenswerter niemals weinerlichen – Gebrauch der Stimme bevorzugt, übernimmt ein weiterer Frontmann das Geschrei. Beide bekommen jeweils ihren gerechten Anteil in der zumeist durchstartenden Mischung aus Punkrock, Hardcore und Emotionen. Songs wie „Demonstrations Of The Shelf“ und „Divided In For Years“ lassen das Feuer amtlich lodern, zudem ist „Million Miles“ dank seines hohen Punkrock-Faktors ein zünftiger Brandbeschleuniger, der diese EP nach knapp über 20 Minuten gekonnt abrundet, bevor es mit dem Clip zum Song „Our Daily Routine“ noch einen Nachschlag fürs Auge gibt.

Es bedarf mit Sicherheit keiner Fähigkeiten irgendwelcher ausgebufften Computerspezialisten, um festzustellen, dass mit Defcon eine Combo unterwegs ist, die auf der von Ephen Rian und Estate geebneten Erfolgsspur gekonnt fährt. Von dieser Sorte Musik darf es gerne mehr geben. Dementsprechend besitze ich die Dreistigkeit, einen Longplayer zu fordern.

29.12.2006 Jack