Tonträger

Tracklist

CD 1
1. Duck and cover
2. Play dead
3. Outshine the world     
4. Whatever happened to the 80s
5. Superhero
6. Today
7. Room with a view
8. Saccharine smile     
9. Big mouth     Reinhören
10. We're not gonna take it     

CD 2    
1. Bittersweet
2. Next to you
3. Practice     
4. Time's up     
5. Get it right     
6. Simple     
7. Broken halo     
8. No means no     
9. Out of line     
10. Cheap way out

DONOTS

The Story So Far - Ibbtown Chronicles

VÖ: 24.11.2006
Label:
Gun Records
Web:
www.donots.de

Ein ganz schwieriger Patient sind die Donots. Im Grunde fielen die Jungs aus Ibbenbühren stets durch ein sympathisches und ehrliches Erscheinungsbild auf, auch wenn nicht immer alles Punkrock war, was verzerrte Gitarren erklingen ließ. Doch jetzt wird es sehr ernst, denn das Quintett wurde vom Geldscheffelvirus befallen. Richtig, sie muten ihrer Fangemeinde ein Best Of-Album zu.

Die Donots sieben ihre komplette Diskografie kräftig durch und drapieren die dicksten Klumpen fein säuberlich in einen Setzkasten mit der Aufschrift „The Story So Far“. Nur ist es keineswegs so, dass die größten Brocken auch von höchster Qualität sind. Lässt sich Silberling Nummer eins noch relativ gehaltvoll mit dem Beatsteaks-esquen „Duck And Cover“ und dem harmlosen Popsong „Play Dead“ – beide erblicken übrigens erstmalig das Licht der Musikwelt – an, so nimmt das Übel im Laufe der folgenden 13 Songs konsequent seinen Lauf. Liebe Hörergemeinde, wir haben es ab sofort mit einer klassischen Best Of-Veröffentlichung zu tun! So einfach kann eine Diagnose sein, wenn ideenlos ausschließlich die bekanntesten Songs der Bandgeschichte aneinandergereiht werden. In diesem Sinne gesellen sich die lobenswert druckvollen „Outshine The World“, „Whatever Happened To The 80s“ und „Saccharine Smile“ zu den bekannt durchschnittlichen Stadionrock-Ausbrüchen „Superhero“, „We’re Not Gonna Take It“ und „Big Mouth“. Insbesondere jene Ergüsse bestätigen ohne Umschweife, dass die Donots doch nicht ganz so gut – und lange nicht so Punkrock – sind wie die Formation des Öfteren verbal zu veräußern versucht. Als Zugabe stehen dann noch Live-Versionen von „Whatever Happened To The 80s“, „Room With A View“ und „Good-Bye Routine“ zur Verfügung, was aufgrund der Tatsache, das genau diese Songs bereits als Studioversion auf genau diesem Album vertreten sind, mehr als ein wenig nachdenklich stimmt. Hat in diesem Falle jemand wirklich weiter als von der Wand bis zur Tapete gedacht?

Trotzdem muss man den Dontos ein bisschen Anstand zugestehen, immerhin fügen sie den „Ibbtown Chronicles“ noch eine komplette B-Seiten-Scheibe bei. Hierauf tummelt sich in 15-facher Ausführung das, was es nicht auf die regulären Studioalben geschafft hat. Da wären beispielsweise Coverversionen des Police-Klassikers „Next To You“ und des Kassierer-Gassenhauers „Ich töte meinen Nachbarn und verprügel seine Leiche“. Auf diesem Tonträger gibt es ebenfalls Licht und Schatten. Während „Cheap Way Out“ gepflegt rockt, sorgen seichte Balladen wie „Broken Halo“ oder „Solitary“ erneut für gerümpfte Nasen.

So wie der Einäugige unter den Blinden der König, ist „The Story So Far“ quasi ein vernünftiges unter den überflüssigen Best Of-Alben. Sicher kann man sein Geld auch für Sinnloseres loswerden, dennoch bleibt angesichts dieser Veröffentlichung die leise Ahnung, dass den Donots die Puste ausgeht, was sich bestätigen wird, sollte nach einer DVD und eben dieser Zusammenstellung nicht ein neues Studiowerk folgen.

24.12.2006 Jack