Tonträger

Tracklist

Live in Niemes
Live in Moscow
Live in London
Live in Tokyo

RAMMSTEIN

Völkerball (DVD)

VÖ: 17.11.2006
Label: Universal Music
Web: http://www.rammstein.de

War Völkerball eine Disziplin bei den Olympischen Sommerspielen in Moskau 1980? Wikipedia sagt nein. Warum diese seltsame Frage zum Anfang einer Kritik zu Rammstein? Für die DVD „Völkerball“ lieh sich die Band das Logo der Olympischen Sommerspiele von Moskau. Diese Sommerspiele waren ganze besondere, da sie von 64 Nationen boykottiert wurden. Grund war der Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan.

Die Verpackung ist in schwarz und gold gehalten. Würdig genug für den größten musikalischen Exportschlager, der fast auf der ganzen Welt bekannt ist.
Dem Käufer bieten Rammstein Livemitschnitte aus Nimes, London, Tokio und Moskau. Dazu gibt es noch massig Dokumentationen und eine Audio-CD.
Der Nachfolger von „Live aus Berlin“ kommt um einiges gewaltiger daher. Es ballert, blitzt und explodiert im Sekundentakt.

Mit Rammstein ist es ein wenig wie mit der Bild-Zeitung. Jeder streitet ab sie zu lesen, aber trotzdem ist sie die auflagenstärkste Zeitung Deutschlands. Kaum stehen Rammstein als Headliner für ein Festival fest, schon gibt es nur noch Kritiker. Seltsamerweise steht dann bei der Show fast die komplette Besucherschar begeistert vor der Bühne und lässt sich von der wohl besten Bühnenshow im Showbusiness verzaubern.
Die Franzosen, Japaner, Engländer und Russen lassen die miesen Einstellung zum Anfang einfach weg und feiern sich und die Band vom Start weg. Rammstein scheinen neben dem Papst die perfekten Botschafter für unser Land zu sein.

Gegen diese gewaltigen Shows sehen die Auftritte von Maiden und Priest wie ein Tischfeuerwerk aus. Mehr Effekte verbunden mit hervorragender Sound- und Lichttechnik kann man sich einfach nicht wünschen. Die Jungend von Nimes wird von Höhepunkt zu Höhepunkt geleitet. Dazu zählen auch kleine Einlagen in denen Sänger Till Lindemann den netten Jungen namens Flake in einem überdimensionierten Kochtopf gart.
In Tokio wird schnell das übliche Klischee bedient, indem die Band im komplett bayerischen Outfit auf die Bühne stolziert.
Zu diesen Konzertmitschnitten ist ein Fernsehbildschirm von ca.120cm mit gewaltiger Soundanlage Pflicht. Nur dann kann der Raum bzw. das Haus ordnungsgemäß beschallt werden.
Zum Ausklang liefert die Band noch zwei Dokumentationen namens „Anakonda Im Netz“ und „Making Of von „Reise, Reise““, die im Gegensatz zu vielen anderen Dokumentationen so richtig Sinn machen. Hier gibt es Einblicke in das Leben hinter der Bühne und warum Flake zwischendurch gern mal brennt.

Kleines Manko sind die fehlenden Hits bei den Konzertmitschnitten. Anstatt einen Kracher der Vergangenheit zu spielen, covern die Jungs Depeche Mode und verabschieden sich so von der Bühne. Egal, der Rest sowie die Dokumentationen entschädigen den Fan und bescheren ein frohes Fest.

01.12.2006 Tim