Tonträger

Tracklist

1. Arrival
2. Glory Of The Shame
3. Reflections
4. One Last Shot
5. Fading Yourself
6. Planet Of The Sun
7. A Song For The Broken Hearted
8. Sinners Night / Misty Morning
9. Swans
10. Stop F*ckin' Around
11. Embracing Past
12. We Can't Go On
13. In Memoriam (Immortal Peace)
14. Planet Of The Sun (Video) 

NEGATIVE

Anorectic

VÖ: 29.09.2006
Label: 
Roadrunner Records
Web: http://www.gbfam.com/negative/

Pressetexte sind meist nur bedrucktes Papier, das einem Honig um den Bart schmiert und oft den größten Mist mit Gold aufwiegen will. Deshalb helfen die oft nicht weiter, doch bei der Platte "Anorectic" von Negative hätte ich schon gerne eine gehabt. So muss ich alles auf mich wirken lassen. Fangen wir beim Cover an, das sieht mit dem traurigen Clown aus, als wäre es eine Platte von den Dresden Dolls, vielleicht mit dem Wahnsinn von Mr Bungle. Doch hier ist das Cover genauso irreführend wie die meisten Presseinfos.

Am besten das Runde in das Eckige und hören, was passiert. Es ist Hardrock, dem der Mut zum Metal fehlt. Stattdessen versprühen sie häufig eine Melancholie, aber nicht so poppig wie beim Vorgänger "Sweet & Deceitful". Jetzt muss man eigentlich nicht groß raten, wo die Herrschaften, herkommen. Wenn ich dann noch folgenden Tipp gebe, dass nämlich die Herren schwarzen Kajal benutzen, sollte es dämmern. Alles klar, Negative sind Finnen, waren mit The Rasmus und Him auf Tour und mit dem letzten Album zielstrebig auf dem Weg zum Mainstream.

Doch mit "Anorectic" haben sie noch die letzte Ausfahrt gewählt und bescheren uns Hardrock mit einer gesunden Mischung mit Glamrock, ohne dass man Angst haben muss, in Peinlichkeiten abzurutschen. Sie machen sich dann einige Riffs zu eigen, lassen gelegentlich das Keyboard traurige, aber bestimmte Töne aus den dem Line-Out fallen, und der Sänger pendelt zwischen seinen finnischen Kollegen und alter Hardrock Gesangsschule.

Alles ganz anständig und fast frei von Klischees, trotzdem fehlt "Anoretic" doch etwas, nämlich der Spaß und die großen Gesten des Glams und leider (und das ist das schlimmere) auch die großen Songs. Denn das dritte Werk will sich einem nicht so recht erschließen, was eigentlich schade ist.

14.11.2006 Hauke