Tonträger

Tracklist

1. Lycanthrope
2. Baby Come On
3. When Your Heart Stops Beating
4. Little Death
5. 155
6. Lillian
7. Cliff Diving
8. Interlude
9. Weatherman
10. No, It Isn't
11. Make You Smile
12. Chapter 13

+44

When Your Heart Stops Beating

VÖ: 14.11.2006
Label: Geffen Records
Web: http://www.plus-44.com/forum/

Ring frei zur Runde eins in der Post-Blink 182-Ära: Mittlerweile ist es ein offenes Geheimnis, dass sich die Herren DeLonge, Hoppus und Barker nicht mit Küsschen links und rechts voneinander verabschiedet haben, sondern weitestgehend massive Differenzen der Auslöser für die getrennten Wege waren. Mit Spannung warteten nicht nur die Fans darauf, was wohl nach Hits wie „All The Small Things“, „First Date“ und „I Miss You“ kommen mag. Ex-Co-Frontmann Tom DeLonge machte mit seiner neuen Formation Angels & Airwaves den ersten, zugegebenermaßen eindrucksvollen Schritt. Nach einer heftig brodelnden Gerüchteküche legen die verbliebenen beiden Musiker jetzt mit „When Your Heart Stops Beating“ nach.

Ernüchternd, vielleicht sogar zu ernüchternd klingen die Ergüsse, die Mark Hoppus und Travis Barker nebst Shane Gallagher (The Nervous Return) und Craig Fairbaugh (Transplants, Lars Frederiksen And The Bastards) zu Tonträger bringen. Wähnte man sich ursprünglich als äußerst experimentierfreudige Combo mit Elektro-Einflüssen und Frauengesang, so ist es nach einer kurzfristigen personellen Umstrukturierung dann doch fast beim Alten geblieben. Dazu glättete Hoppus mit seinem kürzlich geäußerten Statement, man bestünde schließlich zu zwei Dritteln aus Ex-Blink 182-Mitgliedern, dementsprechend müsse man auch keine Angst haben, nach Blink 182 zu klingen, die Wogen.

Im Gegensatz zu DeLonge’s Angels & Airwaves gehen Plus 44 wesentlich weniger opulent zu Werke. Vielmehr bleiben sie in hohem Maße dem treu, womit Blink 182 mit ihrem letzten, selbstbetitelten Album aufgehört haben. Zum einen steht massenkompatibler Poppunk auf der Tagesordnung („Lycanthrope“, „When Your Heart Stops Beating“, „Cliff Diving“), den man von den selben Künstlern vor vier bis fünf Jahren schon wesentlich energiegeladener und vor allen Dingen einfallsreicher vernehmen durfte. Dazu gibt es mehrmals eine große Portion Melancholie, die neben ruhigen Klängen auch von Hoppus’ tiefem Organ unterstützt wird. „Baby Come On“ erinnert von der Stimmung her enorm an „Stay Togehter For The Kids“, noch ein Stück depressiver geht es bei „Little Death“, „Lilian“ und „Weatherman“ zur Sache. Leider verhält es sich bei den ruhigen Nummern genau wie bei den so genannten Punkrocksongs: Vergebens wartet man auf Ausnahme-Songs, die das Potential besitzen, über Jahre hinweg als Hit in den Gehörgängen zu kursieren.

Lediglich „155“ kommt mit seinem gesunden Pop-Appeal und einem feinen Refrain nahe an diese Kategorie heran.
„When Your Heart Stops Beating“ ist eine mittelschwere Enttäuschung, ein zwölf Songs umfassender Ausflug in die Welt des Durchschnitts – oder vielleicht der beste Beweis dafür, dass große Namen im Musikbusiness nicht automatisch große Musik machen. Diese Band wird eher von ihrem Ruf als „die Band von Mark Hoppus und Travis Barker“ leben als von der Qualität dieses Albums.

13.11.2006 Jack