Tonträger

Tracklist

1. Good morning night 
2. Ghostwrite 
3. Beat 
4. Stillwater, California 
5. One giant disappointment 
6. Minus 
7. Best western 
8. San Francisco serenade 
9. Autocare 
10. Violet 
11. Go humans 
12. The "F" word 
13. The thirteenth step 

bad astronaut

Twelve Small Steps, One Giant Disappointment

VÖ: 10.11.2006
Label: Fat Wreck
Web:
www.badastronaut.com

Dieses Prädikat kann sich der gute Mann übers Bett hängen: Joey Cape ist einer der eindrucksvollsten Musiker, den das Punkrock-Biz jemals hervorgebracht hat. Nicht nur sorgt der kleine Mann mit der knödelig-charismatischen Stimme seit diversen Jahren mit Lagwagon für hochwertige Qualitäts-Klänge, unter dem Namen Bad Astronaut stellte er bereits mit zwei Veröffentlichungen höchst eindrucksvoll unter Beweis, dass er sich auch in melancholischeren bis komplexeren Songstrukturen ausgezeichnet bewegt. Sowohl „Acrophobe“ als auch „Houston, We Have A Drinking Problem“ entführen ihre Hörerschaft auch heute noch auf gefühlvolle Reisen zwischen Schmusekurs, Tränenfluss und Pogo-Zone. Mit „Twelve Small Steps, One Giant Disappointment“ gibt das Septett nach vier langen Jahren ein neues Lebenszeichen von sich – und sicherlich ein letztes, denn das Thema Leben und Ableben spielt auf diesem Werk eine zentrale Rolle. Grund dafür gab Schlagzeuger Derrick Plourde, der im vergangenen Jahr den Freitod wählte und somit Familie, Fans und Freunde in eine tiefe Trauer stürzte. Dieses Album ist dementsprechend eine Hommage an das Schlagzeug-Genie und dokumentiert zugleich die letzten Ergüsse seines Schaffens.

Cape bastelte aus den Probeaufnahmen ein Album zusammen, dass seinem alten Weggefährten in der Tat würdig ist. Obwohl dieser auf „Twelve Small Steps, One Giant Disappointment“ nicht einmal zu hören ist, denn leider war Plourde zu oft nicht in der Lage, an den Aufnahmen teilzunehmen, weswegen Jonathan Gorman das Schlagzeug authentisch einspielen durfte. Herausgekommen ist ein Longplayer, der qualitativ in die Fußstapfen seiner Vorgänger tritt. Bad Astronaut rufen erneut ihr ganzes und vor allen Dingen reichhaltiges musikalisches Potential ab und führen ihre Fans wie gehabt durch verschiedenste Stimmungen. Zahlreiche bedrückende Momente werden plötzlich von optimistischen und druckvollen Passagen aufgebrochen – die dunklen Wolken lichten sich, und kräftige Sonnenstrahlen dringen durch sie hindurch. Jede Menge Sonne versprühen Songs wie „Autocare“ oder „Ghostwrite“, zu denen sich mit „Go Humans“ der mit Abstand punkrockigste Song dieses Albums gesellt. Den passenden Soundtrack für Herzschmerzmomente bieten „One Giant Disappointment“ und „San Francisco Serenade“, die einen sämtliches Trübsal auf ruhige Weise vergessen lassen. Und bevor es mit „The Thirteenth Step“ zu einem emotional traurigen Abschluss kommt, laden Bad Astronaut im Zuge von „The ‚F’ Word“ zu einem eindrucksvollen Acht-Minuten-Epos ein.

Für den Titel des Albums ist übrigens auch Derrick Plourde verantwortlich, dem die Ironie hold gewesen sein muss, ansonsten hätte er dieses Album sicherlich „Thirteen Steps To Complete Statisfaction“ genannt. In diesem Sinne: Ruhe in Frieden, Bad Astronaut, ihr habt die Musikwelt auf jeden Fall bereichert.

14.11.2006 Jack