Tonträger

Tracklist

1. Engerica - Road Kill 
2. Gogol Bordello - Dogs Were Barking (Demo Version) 
3. Brandtson - Here We Go 
4. Disco Ensemble - We Might Fall Apart 
5. Danko Jones - First Date 
6. Bedouin Soundclash - Rude Boy Don Cry 
7. Flyswatter - Automatic 
8. Mike Park - Keeping This Set Warm 
9. Portugal The Man - AKA M80 The Wolf 
10. Vanilla Sky - Nightmare 
11. She-Male Trouble - There'll be no one clapping hands at the end of the play 
12. The King Blues - Mr Music Man 
13. Pato - Bad Situation 
14. Gigantor - Two Tonights (are one Too Many) 
15. VCR Really - Something / Destroy 
16. Attractive - Mother Tongues 
17. Second Monday - Mono Injection 
18. Zox - Thirsty 
19. Speedway 69 - Down With Tony Action Cadillac Madness Remix 
20. Sun Eats Hours - Faded Away 

(Kopie 1)

VARIOUS

The Eastpak Antidote Compilation 2006

VÖ: 13.10.2006
Label: 
Cargo Records
Web: http://www.eastpak.de

Nach den jährlichen Kompilationen aus dem Hause Sideonedummy kann man die Uhren stellen. Im Sommer gibt es die passende Zusammenstellung zur Warped Tour, und es hat sich mittlerweile zu einem festen Brauch entwickelt, dass im Zuge der herbstlichen Eastpak Antidote Tour ebenfalls von einem eigenen Sampler begleitet wird. In diesem Sinne haben Mirko Gläser (11PM) und Thomas Dreux (Sideonedummy Records) ihre Köpfe zusammengesteckt und 25 Songs zusammengestellt, die der Fangemeinde eine Vielzahl aufstrebender Nachwuchs-Combos näher bringen sollen.

Selbstverständlich dürfen die an der Tour beteiligten Bands nicht fehlen, also Danko Jones („First Date“), Disco Ensemble („We Might Fall Apart“), Gogol Bordello („Dogs Were Barking“) und Bedouin Soundclash („Rude Boy Don’t Cry“). Diese Bands versprechen nicht nur hörenswerte Beiträge, sondern garantiert auch eine große Show in den jeweiligen Konzerthallen. Insbesondere Bedouin Soundclash wissen mit ihren unbeschwerten Ska-, Reggae- und Surf-Klängen absolut zu überzeugen.

Tüchtig Überzeugungsarbeit für den Kauf der Eastpak Antidote Tour Compilation machen zudem noch Flyswatter mit dem bisher unveröffentlichtem „Automatic“, Vanilla Sky mit dem ebenso raren „Nightmare“ und Versus The World, die – wie sollte es anders sein, wenn ehemalige Bandmitglieder mit an Bord sind – in bester Ataris-Manier rocken.

Auffällig ist, dass sich im Laufe der 76 Minuten eine Menge Bands qualitativ dezent zurückhalten. Da wären beispielsweise Brandston, die mit ihrem unveröffentlichten Stück „Here We Go“ den Indie-Rock zwar nicht verunglimpfen, ihn andererseits aber auch nicht hochleben lassen. Selbiges gilt für Gigantor mit ihrem Ramones-mäßigen (das Attribut „mäßig“ trifft hier genau den Punkt) „Two Tonights (Are One Too Many)“, den flotten Melodycore aus der Feder von Sun Eats Hours und Capdown oder für Zox, die sich an den relaxten bis rockigen Tönen der Marke Sublime orientieren. Und auch der Skapunk-Beitrag aus dem Hause State Radio wirkt abgegriffen und ideenlos.

Allerdings schreibt diese Zusammenstellung auch gruselige Episoden. Da wären zum Beispiel Portugal The Man, die mittendrin unverblümt mit „AKA M80 The Wolf“ für Trauerstimmung sorgen. Und auch bei der Darbietung von She-Male Trouble („There’ll Be No One Clapping Hands At The End Of The Play“) ist der Name des Songs Programm. Außerdem entpuppt sich der Elektro-Punkrock von VCR nach wie vor als hartes Brot.
Zugute halten muss man dieser Veröffentlichung ohne Zweifel sein Preis-Leistungs-Verhältnis, immerhin soll der randvolle Silberling für ein paar wenige Euro im Handel zu bekommen sein. Mit dieser Preispolitik versichert man sich gegen den Vorwurf, der Kundschaft einen schmerzlichen Fehlkauf zugemutet zu haben. Von herausgeworfenem Geld zu sprechen, wäre komplett verkehrt, denn dieses Album hat nicht nur viel Neues zu bieten, es liefert auch einen guten Überblick über die europäische Alternative-Szene.

14.11.2006 Jack