Tonträger

Tracklist

1. The End
2. Dead!
3. This Is How I Disappear
4. The Sharpest Lives
5. Welcome To The Black Parade
6. I Don't Love You
7. House Of Wolves
8. Cancer
9. Mama
10. Sleep
11. Teenagers
12. Disenchanted
13. Famous Last Words
14. Blood

MY CHEMICAL ROMANCE

The Black Parade

VÖ: 20.10.2006
Label:
Reprise
Web: http://www.mychemicalromance.de/

Ein Titel wie er düsterer kaum klingen könnte. Er fügt sich nahtlos in das so düstere Outfit und der Geschichte der Band ein. Auch Songtitel wie „Dead!“ oder „This is how I disappear“ scheinen richtungweisend zu sein. Dieses Album scheint für den so trüben November prädestiniert zu sein. Dunkel, bedrückend und ohne lichte Momente, die Hoffnung auf eine bessere Zeit machen.Einzig die neue Frisur von Gerard Way scheint ein wenig positives zu vermitteln.

„The End.“ scheint der Startschuss zur Black Parade zu sein. Das Piepen der lebenserhaltenden Maschinen aus dem Krankenhaus beginnt einen wie erwartet düsteren Song, der aber nach 1:52 Minuten ein jähes Ende findet und wie passend mit einem lang gezogenen Piepton, der uns aus den vielen Krankenhausserien als das Ende aller Hoffnung bekannt ist, zum Song „Dead!“ über.Wer jetzt kurz davor steht die Deckenbeleuchtung gegen einen Strick einzutauschen, der kann vom Tisch steigen und sich stattdessen ein Sprungseil basteln. Dieser Song ist stellvertretend für das Album. Dunkle Texte werden von unverhältnismäßig fröhlichen Melodien begleitet. Auch „This is how I disappear“ schmettert dem Zuhörer zusammen mit den folgenden Songs die geballte Freundlichkeit entgegen. Es gibt kaum Momente, bei denen Kajal und Tränen eine Einheit bilden könnten.

Der Titelsong, der hinreichend bekannt sein sollte, überrascht mit der Wiederauferstehung von Queen in all seinen unterschiedlichen Facetten. Nicht nur, dass die Gesten von Sänger Gerard eine 1:1 Kopie von dem Entertainer des letzten Jahrhunderts, Freddy Mercury, stammen. Nein, auch Brian May scheint der Parade beizuwohnen.Das ganze Gebaren scheint schon ein wenig grotesk. Da heißt es auf lustige Polkaart „Mama, we all go to hell“, „We all gonna die“. Ein Grund für diese doch ungewöhnliche Art scheinen die Depressionen und die Alkoholsucht der  Vergangenheit von Sänger Gerard zu sein. „I’m not afraid to keep on living”. Scheinbar hat er diese Probleme in den Griff bekommen, was er seinen Zuhörern in “Famous last words” mitteilt.

Viele Fans werden dieses Album als Stillstand ansehen, da der Sprung weniger groß ist als von „I Brought You My Bullets, You Brought Me Your Love“ zu „Three Cheers For Sweet Revenge“. Aber viele Bands haben dieses Jahr bewiesen, dass man sich mit künstlich erzeugter Weiterentwicklung ins Aus schießen kann, wenn diese nicht wirklich überzeugend dargestellt wird.

Dieses Album steht trotz seiner ernsten und düsteren Texte für eine Menge Spaß, auch wenn es einigen wenige gefallen dürfte. Freuen wir uns auf die Liveshows der Jungs und hoffen dort auch eine heitere Stimmung.

05.11.2006 Tim