Tonträger

Tracklist

1. Blue Honey 
2. (A Style Called) Crying Chic 
3. Mournin' Light 
4. Baby Again
5. Skip Ghetto

POP LEVI

Blue Honey

VÖ: 29.08.2006
Label: Counter Records
Web: http://www.poplevi.com/


Nur für Pop Levi wurde ein eigenes Label gegründet, namens "Counter Records", was grundlegend schon eine kleine Sensation ist. Aber sie hält sich einerseits noch im Rahmen, die Sensation, denn die bricht erst in den nächsten zwei Sätzen unkontrolliert los. Counter Records wurde von Coldcut gegründet, genau denen, die uns die wildesten Sampleorgien gebracht haben, mit Hits wie „Doctorin The House" die Charts stürmten, Trends setzten und mit dem Laben Ninja Tune kreativen Elektro-Output gaben.

Die haben Pop Levis kleine Platte veröffentlicht, und der suhlt wider Erwarten unverfroren im Glam Rock. Es liegt aber auch ein bisschen Hippiefolk in der Luft, und Seventies Psychedelic macht sich hier breit. Wer beim Song "Blue Honey" nicht "20th Century Boy" von T’Rex hört, hat sich noch nicht wirklich mit der Musikgeschichte beschäftigt. Aber auch "Mountain Light" hat den typischen T’Rex-Schmiss, mit vielleicht ein bisschen mehr Verzweiflung.

Ja, auf dieser EP lebt Marc Bolan weiter, und Vieles könnte auch schon vor dreißig Jahren aufgenommen und jetzt wieder aufgetaut worden sein, und das Beste ist, es klingt noch immer frisch. Wobei man bei Pop Levi auch Referenzen zu Folk-Querdenkern wie Devendra Banhart ziehen kann, und so könnte auch "Baby Again" eigentlich auf Devendras "Cripple Crow" Album sein. Denn vieles ist eigentlich verwirrter Folk mit ordentlich Glitter-Pailetten-Kostümen. Und bei "(A Style Called) Crying Chic" kann man sich bildlich vorstellen, wie Bolan und Banhart gemeinsam dieses Lied geschrieben haben.

Denn Pop Levis Songs sind immer verspielt, fangen das Rasseln, Klatschen an, und seine Stimme ist mal verspielt und überschlagend, kann aber auch Größenwahn vortäuschen. Ach ja, ich habe noch eine Sensation auf Lager: Pop Levi hat schon den Bass bei Ladytron gespielt.

30.10.2006 Hauke