Tonträger

Tracklist

1. From where I'm standing
2. Soul for sale
3. Let me in
4. Love is trouble
5. Tybble skyline
6. Roll roll and flee
7. The law of John T.
8. Horse bay blues
9. Thin air
10. Married
11. Don't kill the flame

NIKOLA SARCEVIC

Roll Roll And Flee

VÖ: 27.10.2006
Label:
Burning Heart Records
Web:
http://www.myspace.com/nikolasarcevic

Der gute Nikola beehrt uns einmal wieder mit seiner ruhigen Seite. Zwei Jahre nach seinem Solo-Debüt „Lock-Sport-Krock“ geht er mit „Roll Roll And Flee“ in die nächste Runde und beliefert uns wie erwartet mit frischer Kost für den Plattenteller. Diese fällt natürlich wie erwartet leicht aus, wobei deutlich festzuhalten ist, dass wir es hier nicht mit einer klassischen Schmuseplatte zu tun haben. Vielmehr offenbart der Millencolin-Frontmann qualitativ hochwertige Singer/Songwriter-Nummern, die man sich sehr gut auch in einem druckvollen Punkrock-Gewand vorstellen kann, was jedoch nicht heißen soll, dass sie als solche besser wären.
Das Gegenteil ist der Fall: Jeder der elf Songs besitzt eine Menge Charme und schmeichelt der Hörerschaft direkt beim ersten Durchlauf. Nikola Sarcevic besitzt das Talent, seine äußerst persönlichen Texte in eine unbeschwerte und optimistische Stimmung zu betten, ohne dem typischen Klischee des bekannten Musikers zu entsprechen, der sich seine Konzertgitarre schnappt, ein bisschen darauf spielt und letztendlich ein mit Zweifeln behaftetes Album daraus macht.
Wie bereits erwähnt sind auf „Roll Roll And Flee“ Songs vertreten, die auch mit verzerrter Gitarre eine ausgezeichnete Figur abgegeben hätten („Form Where I’m Standing“, „The Law Of John T.“). Bei „Tybble Skyline“ wird es im Vergleich zu den anderen zehn Tracks sogar ansatzweise richtig rockig. Dennoch bestehen die 34 Minuten größtenteils aus ruhigen, gefühlvollen – ich schreibe bewusst nicht romantischen – Balladen, die eine Menge Pop-Appeal und Vielseitigkeit offenbaren. Letztere bezieht sich sowohl auf die Instrumentierung, zu der unter anderem Bläser, Mundharmonika, Harfe, Mandoline und Orgel gehören, als auch auf die Beteiligung diverser Kollegen wie Henrik Wind (The Peepshows), Kristofer Aström oder Burderherz Branko Sarcevic gehören. Aus dieser personellen und klanglichen Vielfalt zaubert der alte Schwede eingängige Songs, die die Sorgen des Alltags vergessen lassen. In diesem Sinne ist „Roll Roll And Flee“ wirklich etwas für jeden Plattenschrank, denn im Gegensatz zu der Schwemme an seichter Mainstream-Populärmusik besitzt dieses Werk ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und drängt sich ausschließlich durch die Musik auf.

01.11.2006 Jack