Tonträger

Tracklist

1. Appetite At First Sight
2. Visions
3. Inside Of Me
4. Over Is A Word I Cannot Deal With
5. The Great Escape
6. The Air I Breathe
7. Fighting In The Name of Rock 'n' roll
8. Order To Kill
9. No One's There
10. Living The Limits
11. Just Another Tragic Story

(Kopie 1)

5Bugs

Tomorrow I´ll Play God

VÖ: 03.11.2006
Label:
Rockhit Records
Web:
www.5bugs.de

Wer hoch steigt, kann tief fallen. Mit ihrem Erstlingswerk „To No One Else Except You“ sorgten die Berliner Punkrocker für eine gehörgangsfeste Überraschung. Und Staunen ist auch im Falle des Nachfolgers „Tomorrow I’ll Play God“ angesagt: Wo sind die Unbekümmertheit und die Frische hin? Wer hat das Wort Uptempo aus dem Wortschatz gestrichen? Hat jemand die verspielten Gitarren und das treibende Schlagzeug gehört?

Anstatt ihrer Linie treu zu bleiben, verstricken sich die 5Bugs in New Found Glory-esque Durchschnitts-Nummern. Wie zu besten „Catalyst“-Zeiten wird hier ein bisschen gepunkt, dort ein wenig gepoppt, aber niemals die Grenzen des Massentauglichen überschritten. Kommt „Tomorrow I’ll play God“ mit „Appetite At First Sight“ noch locker aus den Startlöchern, wartet man vergebens auf eine Zwischenzeitliche Sprinteinlage. Das Quintett trabt vielmehr durch die 35 Minuten Spielzeit ohne viele Schweißperlen fließen zu lassen, geschweige denn an seine Grenzen zu gehen.

Besagter Opener sowie „Inside Of Me“, „Orders To Kill“ und „No One’s There” verfügen dank eines straighten Songwritings, kraftvoller Gitarren und einem guten Händchen für Melodien über das richtige Mischverhältnis von Eingängigkeit, Druck und Härte. Strickt man daraus jedoch ein komplettes Album und zieht ein gemäßigtes Tempo zudem konsequent durch, dann wird es sehr schnell abgegriffen und dementsprechend langweilig. Schon beim ersten Zu-Gemüte-Führen schreien die Trommelfelle nach einem Wutausbruch, nach dem alten Spielwitz und nach frischen Ideen. Vorgesetzt bekommen sie hingegen eine Ballade („The Air I Breathe“). Wie sich die Zeiten im Hause 5Bugs geändert haben, zeigt sich deutlichst am Ende des neuen Longplayers. Haut der Vorgänger mit „One Hit Wonder“ noch einmal gewaltig und ungezügelt in die Vollen, gibt es heuer mit „Just Another Tragic Story“ eine überflüssige Piano-Ballade. Ein wenig mehr geizen sollte Sänger Chris Dumhard mit dem Vibrato in seiner Stimme. Diese Technik nimmt seinem ansonsten vortrefflichen Gesang eine Menge Authentizität.

„Tomorrow I’ll Play God“ ist insgesamt eine kleine Enttäuschung, und es bedarf keiner göttlichen Fähigkeiten, die alten 5Bugs aus dem Regal zu kramen, um sich davon zu überzeugen, dass die Jungs auch anders können.

27.10.2006 Jack