Tonträger

Tracklist

1. Damn right
2. Burn (a fire within)
3. Not ready to go
4. My revolution
5. Get down
6. She bop
7. Goodbye reality
8. This dying day
9. Fading gray
10. Give it all
11. Game over
12. Alien

One Fine Day

Damn Right

VÖ: 27.10.2006
Label:
Rockhit Records
Web:
www.onefineday.de

Das stilistische Chamäleon aus den hohen Norden der Republik; so könnte man One Fine Day ohne Zweifel bezeichnen. Frönte das Quintett sich auf ihrem Rockhit Records-Debüt "Faster Than The World" dem seinerzeit absolut angesagten Emorock mit Poppunkanleihen, so zeigt der Kompass zwei Jahre später steil in Richtung Norden, präzise gesagt nach Skandinavien. Dabei herausgekommen ist "Damn Right", das hochmelodischen Punkrock mit einem kräftigen Schuss Punk´n´roll kombiniert.


Glücklicher Weise haben One Fine Day es vorgezogen, dem auf Hochglanz polierten Sound den Rücken zu kehren, was ihren Songs einen sympathischen Touch verschafft. Verantwortlich für den erfolgreichen Wandel auf dem schmalen Grat zwischen Druck und Ungeschliffenheit ist Donots-Bassist Jan-Dirk Poggemann. Und auch was das Songwriting betrifft, so zeigen sich die Nord-Rocker im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert und vielseitiger. Den Startschuss gibt der Titeltrack "Damn Right", der die grundsätzliche Marschroute dieses Albums vorgibt: gut gelaunte Melodien, wenig Experimente und mehrstimmige Gesangspassagen bis die Ohren grinsen. Die große Stärke des Dutzend Songs liegt ohne Zweifel in den Refrains, die Nummern wie "Not Ready To Go" oder "This Dying Day" zu Ohrwürmern machen, ganz zu schweigen von dem gelungenen Cindy Lauper-Cover "She Bop", das der armen Repeat-Teast arge Abnutzungserscheinungen beschert.


Dass der Fünfer das Gasgeben noch nicht verlernt hat, wird mit "Game"und "Burn (A Fire Within)" dokumentiert. Für letzteren Song konnte H-Blockx-Frontmann Henning Wehland mit ins Boot geholt werden, dazu ist bei der leider etwas schlapp ausgefallenen Ballade (inklusive seltsamer Hardcore-Crew-Shouts) namens "My Revolution" und dem melancholischen „Fading Gray“ mit PinBoys-Sängerin Anne Kalstrup eine Frauenstimme an Bord, die eine richtige Gänsehaut hervorrufen kann.


Würde ich von einem Meisterwerk sprechen, müsste man mich des Lügens bezichtigen. Dafür fehlt dem Leadgesang die Qualität, um im Konzert der großen Stimmen des Punkrock mitzuspielen, und dem Schlagzeugspiel die nötige Kreativität, um nicht in jedem zweiten Song in die selben spartanischen Midtempo-Rhythmen zu verfallen. Dennoch ist „Damn Right“ ein großer Schritt weg vom typischen Simple Plan-Dünnpfiff mit geringer Halbwertszeit hin zu kraftvollem Punkrock, in dessen Adern sich neben Leukozyten und Erythrozyten auch Schwedozyten befinden.

27.10.2006 Jack