Tonträger

Tracklist

1. When we're together
2. Take care
3. Get it right
4. Do you want to be loved
5. Storm clouds 
6. Anything
7. Come home
8. Are you alright
9. Lullaby
10. Believer
11. Holiday parade
12. Bide my time

SAMIAM

Whatever’s Got You Down

VÖ: 22.09.2006
Label:
Burning Heart Records
Web:
www.samiam.de

Ja, es gibt sie noch! Samiam melden sich nach sechs langen Jahren ohne Album zurück und trotzen damit allen Befürchtungen, die Combo habe ich unlängst aufgelöst. Dies war zwar teils der Fall, zum anderen aber auch nicht, immerhin tourte das Quintett in dezenter Regelmäßigkeit durch die nationalen und internationalen Lande. Jetzt siegte die Lust am gemeinsamen Musizieren, und so legen Samiam nach langer Abstinenz von den Neuveröffentlichungen mit „Whatever’s Got You Down“ einen frischen Longplayer vor.

Schnell fällt auf, dass die Altmeister sehr wenig von ihrer Spielfreude eingebüßt haben. Unter den zwölf Songs befinden sich jede Menge feine Poppunk-Melodien, ohne gezielt in den Mainstream abzudriften. Dafür sorgt unter anderem der schroffe Gesang von Frontmann Jason Beebout. Nicht zuletzt er gibt dem Dutzend Songs – an 13. Stelle folgt eine Mischung aus Zirkus- und Whiskeybar-Musik, die man sich aus Rücksicht auf das eigene Nervenkostüm wirklich nicht zu oft antun sollte – die nötigen Ecken und Kanten, die auch artverwandte Bands wie Jawbreaker und Hot Water Music von der breiigen Masse absetzten.

Auch nach der beachtlichen Anzahl an Jahren, die Samiam als Band bereits auf dem Buckel haben – 18 sind es mittlerweile – entzücken die Bay Area-Punkrocker mit einem unverbrauchten Songwriting, sei es im Zuge optimistischer Nummern wie „Get It Right“ oder „When We’re Togehter“ oder bei ruhigeren und melancholischeren Klängen („Storm Clouds“, „Come Home“, „Lullaby“). Letztere kann man stilistisch gerne als Emo bezeichnen, vorgetragen von einer Band, die zu den Pionieren dieses Genres gehören.

Was allerdings ein wenig überrascht, ist die sehr stumpfe Produktion. In den Gitarren steckt wahnsinnig viel Hall, zudem fehlt ihnen eine große Portion Schärfe und Druck. Gleichzeitig scheppert sich das Schlagzeug übelst durch die 42 Minuten, so dass man sich zwischenzeitlich wirklich des Öfteren die Frage stellen muss, ob dieser Sound der Klasse der Songs tatsächlich würdig ist. So geht die eigentliche Qualität dieses Albums leider ein bisschen vor die Hunde.

21.10.2006 Jack