Tonträger

Tracklist

1. A Trigger Full Of Promises 
2. I Know Hollywood And You Ain't It 
3. And Hope To Die 
4. Plastic 
5. Try.Fail.Repeat 
6. The Haunted 
7. And The Dead Walk Again 
8. Another Day, Another Idiot 
9. No Saving Me 
10. Welcome Home 
11. With Devils Amongst Us All

WALLS OF JERICHO

With Devils Amongst Us All

VÖ: 18.08.2006
Label: Roadrunner Records
Web:
http://www.wallsofjericho.com/

Walls Of Jericho...war da nicht was? Genau, unsere alten Schwermetall-Kameraden von Helloween benannten einst ihr Album so, und es ist keineswegs eine Seltenheit, dass sich junge Bands nach Songs oder Albumtiteln gestandener Recken benennen und zudem ihnen stilistisch nacheifern. Das trifft jedoch nicht wirklich auf Walls Of Jericho zu. Zwar nutzt das Quintett aus dem Herzen der Autostadt Detroit eine identische Instrumentierung, dennoch weiß es nicht nur, wo sich der Kippschalter mit der Aufschrift „Wucht“ befindet, sondern auch wie man ihn umlegt. Dies wird bereits vor dem Opener „A Trigger Full Of Promises“ vorgenommen, zudem wird der Schalter mittels diverser Hammerschläge außer Gefecht gesetzt. Es geht dementsprechend nur auf eine Weise: Krach, Wut, Vollgas, keine Gefangenen.

In der Tat legen die Jungs aus Motor City ein zünftiges Tempo vor – wobei der Begriff „Jungs“ nicht ganz zutreffend ist, denn mit Candace Kucsulain ist eine junge Frau mit von der brachialen Partie. Und das nicht irgendwo, sondern am Gesang. Gut man könnte jetzt von einer seltsamen Within Temptation-Nummer mit durchgetretenem Gaspedal ausgehen, doch wer die ersten stimmlichen Töne der Frontfrau hört, könnte durchaus wackelige Beine bekommen beziehungsweise sich wundern, ob nicht doch ein Kerl am Werk ist. Die gute Candace brüllt die Männerwelt mit einer unbändigen Energie an die Wand und lässt eine Rockröhre wie Sandra Nasic (Guano Apes) klingen wie ein kleines Chormädchen. Vor dieser Leistung muss man doch das eine oder andere Mal den Hut ziehen! Zumal die gebotene Musik, die sich fast über die gesamte Spielzeit hinweg in metallischen Hardcore-Kreisen bewegt, wohl kaum einen Singsang zulässt. Eine Ausnahme bildet „No Saving Me“, bei dem richtig melodisch gesungen wird, Tempo und Aggression dafür aber auch radikal heruntergeschraubt wurden, so dass die ansonsten im Dauerfeuer angetriebene Hörerschaft es hier mit einer waschechten Ballade zu tun hat.

Walls Of Jericho durften in kürzerer Vergangenheit die Bühnen unter anderem gemeinsam mit Earth Crisis, Fear Factory und In Flames zerschmettern. Diese kleine Zusammenstellung verrät klar, wo der Hase im Falle von „With Devils Amongst Us All“ hinläuft – nämlich direkt zur nächsten Abrissbirne, um der Mauer ein paar anständige Dampframmen zu verpassen.

11.10.2006 Jack