Tonträger

Tracklist

1. Dar-Kunor
2. Triumph Or Agony
3. Heart Of The Darklands
4. Old Age Of Wonders
5. The Myth Of The Holy Sword
6. Il Canto Del Vento
7. Silent Dream
8. Bloody Red Dungeons
9. Son Of Pain
10.The Mystic Prophecy Of The Demon Knight
11.Dark Reign Of Fire

RHAPSODY OF FIRE

Triumph Of Agony

VÖ: 29.09.2006
Label:
Steamhammer Records
Web: http://www.rhapsodyoffire.com

Was für ein Täuschungsmanöver! Die italienischen Symphonic-Metaller von Rhapsody haben sich eine neue Identität gegeben. Zwangsweise, denn dieser Schritt hatte einen urheberechtlichen Hintergrund. Nun nennt sich das Quintett Rhapsody Of Fire, und natürlich sind sämtliche Bandmitglieder Feuer und Flamme. So repräsentiere dieser Name die Energie der Musik wesentlich besser, zudem brenne das Drachenfeuer nun heller als je zuvor. Ja, alles klar.

Das neue Werk „Triumph Of Agony“ ist genau die richtige Beschallung für das abendliche Lagerfeuer. Die über 60-minütige Mischung aus melodischem Metal und klassischen Klängen erinnert nicht selten an Mittelalter, mysteriöse Druiden und altertümliche Tänze rund um die Feuerstelle. Dafür sorgt der hohe Klassik-Anteil im Laufe der elf Songs, weswegen Metal-Fans sicher einigermaßen enttäuscht sein werden. Äußerst selten kippen Rhapsody Of Fire ein bisschen Brandbeschleuniger in Form von druckvollen Gitarren oder schnellen Drums in die Glut. Aber nicht nur daran mangelt es diesem Langspieler, auch die auf Hochglanz polierte Produktion lässt insbesondere die rockenden Passagen sehr dünn und irgendwie künstlich erscheinen.

Das Songwriting ist – wie aus der Vergangenheit bekannt – opulent ausgefallen. Und das, wo Rhapsody Of Fire ihre Kreativität auf drei- bis fünfminütige Nummern komprimiert hat. Natürlich gibt es mit „The Mystic Prophecy Of The Demon Knight“ eine ordentliche Ausnahme, denn dem dämonischen Ritter werden amtliche 16 Minuten gewidmet. Logisch, dass die Italiener in dieser Zeit alle instrumentalen Register ziehen. Zu Frontmann Fabio Liones hochmelodischem Gesang gesellen des Öfteren stimmgewaltige Background-Chöre, außerdem wird vom durchweg präsenten Keyboard bis zur Panflöte die komplette instrumentale Bandbreite genutzt.

„Triumph Of Agony“ geht den Weg, den bereits der Vorgänger „Symphony Of The Enchanted Lands Part II – The Dark Secret“ beschritten hat: komplex, atmosphärisch, episch, aber zugleich druck-, saft- und kraftlos. Und so wird das Drachenfeuer schnell zu einer flimmernden Funzel…

07.10.2006 Jack