Konzertbericht

MEHR HITS

THE RIFLES
23.09.2006,Berlin,Postbahnhof

Es wäre den Rifles zu wünschen gewesen, dass ihr diesjähriges Debütalbum „No Love Lost“ größere Wellen in der Musikszene geschlagen hätte. Nicht, dass es von den Kritikern nicht ausreichend gewürdigt wurde, aber das Geschrei um englische Gitarrenbands war nach der Fülle an Franz Ferdinand-/ Maximo Park-/ Arctic Monkeys-Ablegern eben nicht mehr ganz so hysterisch.

Ob nun unterbewertet oder nicht, an der famosen Qualität des Albums lässt sich nicht zweifeln. Die vier Briten haben ganz einfach melodischen Gitarren-Indierock in seiner schönsten Form in ihre elf Songs gepackt.

Und an diesem Abend gelingt ihnen nicht nur spielend, sondern auch singend der Beweis, dass sie aus der Masse an oben erwähnten Ablegern als eine der besten Bands hervorstechen. Schon mit ihrem Starter „Repeated Offender“ gehen sie gleich in die Vollen, legen mit „One Night Stand“ nach und werden erst mit dem melancholisch angehauchten „Peace & Quiet“ wieder etwas ruhiger.

Auch wenn sie zwischendurch in Mitklatsch-Animationen verfallen und vor fast jedem Song die Gitarren wechseln, zeigen die Rifles eindrucksvoll, wie sie ihre gitarrengeprägten Songs punktgenau auf die Bühne bringen können. Erfrischend spielen sie sich durch die Songs von „No Love Lost“, mischen zwei Non-Album-Tracks darunter (u.a. „Fat Cat“) und werfen den Fans mit „Local Boy“ zum Abschluss noch einen richtigen Rocker vor die Füße.

Nach einer guten Dreiviertelstunde ist mehr gesagt, als es an diesem Abend zu sagen gab. Denn die Rifles haben nicht einfach nur ihr Album präsentiert, sondern dem Publikum eindringlich vor Augen geführt, wie viele Hitsingles man auf einer Platte unterbringen kann.


BERICHT: Henning

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