Tonträger

Tracklist

1. Urgência
2. Tão Iguais
3. Zero E Um
4. Queda Livre
5. Bem-Vindo Ao Clube
6. Senhor, Seu Troco
7. Você
8. Sonhos Colonizados
9. Por Não Ter O Que Dizer
10. Engarrafamento
11. Desencontros
12. Re-Aprender a Andar
13. Siga
14. Tudo

DEAD FISH

Zero E Um

VÖ: 18.08.2006
Label:
Deckdisc Records
Web:
www.deadfish.com.br

Punkrock aus Brasilien ist sicher keine Selbstverständlichkeit, aus diesem Grund ist es immer eine spannende Sache, wenn eine Band vom Zuckerhut musikalisch etwas anderes praktiziert als Metal oder Samba. Beschränkten sich die Punkrock-Ergüsse aus südamerikanischen Landen vor einigen Jahren noch auf qualitativ miserable NOFX-Klons, belehren uns heutzutage Bands wie die Nitrominds oder eben Dead Fish eines besseren.

„Zero E Um“ lautet der Titel des neuesten Werks des Quintetts, und wie der Titel es schon andeutet, finden die Lyrics in der Landessprache Portugiesisch statt. Was auf den ersten Blick als Stolperstein aussieht – die VooDoo Glow Skulls veröffentlichten ihr Album „Firme“ seinerzeit auch als spanische Version und landeten damit nicht wirklich einen Erfolg – hört sich im Laufe der 14 Songs ausgesprochen gut an. Dead Fish schaffen es, eine ungewohnte Sprache in ein Englisch-dominiertes Genre zu integrieren.

Musikalisch machen die Brasilianer keine Experimente. Schnell wird klar, das NOFX einen großen Einfluss haben, zwischenzeitlich sind wütende Hardcore-Anleihen nicht zu überhören. Mit einer dementsprechend rauen Kante spielen sich Frontmann Rodrigo und Konsorten durch die 37 Minuten und verfügen über das notwendige Potential, die Tempi zu variieren. Sowohl im Midtempo („A Urgência“, „Queda Livre“, „Você“) als auch im Kurzsprint („Tero E Um“, „Senhor Seu Troco“, „Sonhos Colonizados“, „Desencontros“) macht der Fünfer eine gute Figur, was nicht nur an dem guten Songwriting, sondern zudem an der hochwertigen Produktion liegt. Für diese zeigt sich ein alter Bekannter verantwortlich: Ryan Greene, der zahlreiche Meilensteine kalifornischer Artgenossen unter seine Fittiche nahm, verpasste „Zero E Um“ den typischen Fat Wreck-Sound. Sein Name im Booklet bürgt quasi für Qualität.

Ob man „Zero E Um“ tatsächlich unbedingt besitzen muss, sei dahingestellt. Dieser Longplayer ist kein Hit-Album im klassischen Sinne, verfügt aber durchaus über einige Perlen.

25.09.2006 Jack