Tonträger

Tracklist

1. Bleeding hearts
2. Go metric
3. The salieri dilemma
4. Isaac Washington
5. Cause of the downfall
6. Ten seconds
7. Tabula rasa
8. Modus operandi
9. C-section
10. Going down in flames
11. Kafka on the shore
12. Sergio

ESTATE

The Opposite of Indifference

VÖ: 01.09.2006
Label:
Record Of The Year
Web:
www.estatemusic.net

Geht man nach dem neuen Label der jungen Österreicher, ist “The Opposite Of Indifference” natürlich das Album des Jahres. Und mit Sicherheit konnte ich eine gewisse Vorfreude auf die Platte, die sich mit großen Lettern der Gleichgültigkeit widersetzt, nicht verbergen. Jetzt darf ich das Teil rotieren lassen – zwölf Songs, ein neuer Sänger und jede Menge Wucht.

Es ist kein Geheimnis, dass Estate Musik der Marke Screamo praktizieren. Vielleicht ist es einigen hingegen noch nicht zugetragen worden, dass das Quintett dieses Genre aus dem Licht des Hypes herausbefördern. Denn wie schon bei der „Arson Architecture“-EP kombinieren Estate nicht weinerliche Strophen mit Schrei-Refrains, sondern halten den Druck-Pegel durchweg hoch. Der Schrei-Anteil ist während der 44 Minuten Beschallung außergewöhnlich hoch, außerdem lassen sich deutliche Punkrock- und Hardcore-Spuren ausmachen.

Fulminant startet „The Opposite Of Indifference“ mit „Bleeding Heart“: Ein flottes Tempo, kraftvolle Gitarren, feine Melodien und große, mehrstimmige Gesangspassagen machen diesen Song zu einem erstklassigen Startschuss. So darf es gerne weitergehen, und unsere Nachbarn enttäuschen uns nicht. Zwar fehlt vielen Tracks die absolute Ohrwurm-Qualität, dafür rocken sie zahlreiche Genre-Trittbrettfahrer locker an die Wand und wissen, mit zwischenzeitlichen Mosh-Parts zu überraschen („Cause Of The Downfall“). Als positiv herausragend seien noch „Going Down In Flames“ und „Sergio“ erwähnt, die sich an der erstklassigen Machart des Openers orientieren.

Man könnte an dieser Stelle natürlich wieder anführen, über was für ein hochkarätiges Potential die Alpenrepublik verfügt beziehungsweise des Almdudler mit Benzin angereichert hat. Aber statt über verbal bereits aktive Brände zu berichten, lege ich diese Gebräu aus Wut, Melodien und Geradlinigkeit wärmstens an Ohr.

25.09.2006 Jack