Tonträger

Tracklist

1. High Old Time
2. Two Lights In 79
3. Never-Ending Vertigo
4. Electric Boy
5. Where Did Our Hate Go?
6. The Kids (Outta Time)
7. Synthetic Girl
8. Relapse Into Sin
9. Sharpen Your Knife
10. The Spirit Is Willing
11. Remain A Stranger
12. Charade
13. You Owe Me Nothing

THE CREETINS

(The) City Screams My Name

VÖ: 01.09.2006
Label: Roadrunner Records
Web:
www.creetins.com

Laienhaft entsinne ich mich, dass Roadrunner Records ein Tummelplatz für Metalbands ist. Aus diesem Grund stimmt es mich verwundert, dass das neue Album der Creetins auf eben diesem Label erscheint. Denn die Formation aus norddeutschen Landen macht sich zwar Stromgitarren zu nutze, setzt diese jedoch nicht zum Zwecke des Schwer- oder Todesmetalls ein. Die Nordlichter liefern auf „(The) City Creams My Name“ 13 Runden Punk’n’roll der bodenständigen Sorte ab.

Wirft man diesen Silberling in den Schacht, staubt es auf der Stelle aus den Boxen, und zwar nicht, weil die Songs allesamt der Mottenkiste entsprungen zu sein scheinen, sondern da sie ziemlich dreckig rocken. Bei einer Vielzahl der Tracks ist Midtempo angesagt, zudem entpuppt sich „Charade“ als waschechte Ballade, die ein bisschen Melancholie in den druckvollen Reigen bringen.

Dieses Album lädt zwischenzeitlich kräftig zum kollektiven Dabeisein am Gesang ein. „The Kids (Outta Time)“ und vor allen Dingen „Electric Boy“ – auf irgendeine Weise kommen einem die Melodien und vor allen Dingen der Refrain wahnsinnig bekannt vor – überzeugen durch hohe Ohrwurm-Qualitäten. Bisweilen gehen einem die Donots durch den Sinn, allerdings ersetzen The Creetins den Weichspüler durch einen kräftigen Schluck verbleites Benzin.

Bei all’ den Lobhudeleien hat dieses Werk ein Manko: Bis auf einige Ausnahmen bleibt von diesen 40 Minuten Spielzeit nur schwer etwas hängen. Deshalb ist im einleitenden Absatz auch von der „bodenständigen Sorte“ die Rede. „(The) City Screams My Name“ ist nicht das Album, das beim ersten Durchlauf auf der Stelle die Herzen im Sturm erobert. Dennoch haben wir es hier mit ehrlicher Musik zu tun, die auf nationaler Ebene eine amtliche Duftmarke setzt.

22.09.2006 Jack