Tonträger

Tracklist

1. One way track
2. Raise on     
3. Y?
4. No one saves New York
5. Mata hari
6. Desert river dry
7. Earth core implosion
8. Something's coming into me
9. Ginas infection
10. Lightspeed
11. Cairo
12. Survival of the intelligence
13. Only measured
14. Surrender

SUSAN SCREEN TEST

A Million Years Between Us

VÖ: 25.08.2006
Label: Devil Duck Records
Web:
www.devilduckrecords.de

Wenn  man ein Debütalbum aufnimmt, dann müsste man eigentlich kein Problem haben, den Tonträger zu füllen. Warum aber sind die meisten Debüts häufig zu kurz geraten? Gerade Band und auch Zuhörer sind dann doch besonders hungrig, und die Musiker quellen förmlich über vor Einfällen, die sie der Welt verkünden wollen. Die erste Platte von Susan Screen Test müsste förmlich ein Ideenbrunnen sein, denn die haben das Medium Audio-CD voll ausgenutzt und fast 80 Minuten voll bekommen. Ein Quäntchen Kreativität kann man der Hamburger Band auch nicht absprechen.

Denn ihr Postrock ist mit Breaks ausgestattet, mit drängelnden Gitarren und flottem Schlagzeugspiel. Was auffällt, ist, dass hier nicht große und langsame Bauten erstellt werden sollen, stattdessen wird hier mehr auf Energiefreigabe gesetzt. Man versucht zwar, mit wilden Soli und allerhand Gesangsfreiräumen auszubrechen, doch auf das offene Meer wollen die drei von Susan Screen Test nicht hinaustreiben. Weshalb auf „A Million Years Between Us“ auch öfter (für Rost und Progrock) kurze Songs dabei sind.

 Ja, sie suchen doch immer irgendwann das zu erschaffen, was man allgemein als Song beschreibt, weshalb der Gesang auch ein  wichtiger Bestandteil dieses Albums ist. Und gerade beim Gesang kann man auch einige ihrer Idole festmachen, zum einen Joy Divison und wesentlich mehr The Cure oder Hüsker Dü findet man. Zum anderen noch King Crimson, Shoegazer Bands in der Musik und jüngere Bands wie …Trail of Dead und die konventionelle Ausgabe von The Mars Volta.

Doch mit keiner dieser Bands können es Susan Screen Test derzeit aufnehmen, manchmal wünscht man sich, sie würden mehr auf den Punkt kommen, in anderen Momenten wäre man wiederum glücklich darüber, wenn sie dem Wahnsinn freieren Lauf lassen würde. Man merkt schon, es ist beschwerlich zu sagen, wo der Haken ist, aber man kann sagen, dass ihnen noch der Mut fehlt. Aber was soll man meckern, denn hierzulande gibt es leider viel zu wenige Bands, die diese Musik machen. Und für ein Debüt ist das schon mutig, alleine die Spieldauer so auszureizen.

20.09.2006 Hauke