Tonträger

Tracklist

1.Eat Intro
2.The Takeover
3.Heartbreaker
4.Celebrity Death Match
5.School Of Rock
6.Chou L A R G E - Featuring Pharrell
7.Shout Out For Delivery
8.Moon The World
9.Baggy Pants
10.Beef Or Chicken
11.You Know What Time Is It!?
12.Kamikaze 108 - Toridoshi Mix    
13.Take Outro
14.Kamikaze 108 - Swisha House Remix

TERIYAKI BOYZ

Beef Or Chicken

VÖ: 15.09.2006
Label:
Universal Records
Web: 
www.teriyakiboyz.de

Der japanische Jugendliche an sich lässt sich gern von Mode, Musik und Trends aus dem Westen, insbesondere aus den USA, beeindrucken und beeinflussen. Der amerikanische Style gilt gemeinhin als cool und wird rigoros nachgeahmt. Einer, der es wie kein Zweiter verstand, sich diese Tendenz zu Nutze zu machen, war Nigo. Durch sein eigene Streetwear-Marke „A Bathing Ape“ mit der nötigen Street-Credibility ausgestattet stieg er durch seine Kontakte in die Staaten und sein feines Gespür für Trends und Sounds zu einem der angesagtesten und einflussreichsten Figuren der japanischen Musikszene auf.

Bereits für dessen „(B)APE SOUNDS“ kooperierten Rapper RYO-Z, Ilmari, Verbal und Wise mit Nigo. Im Jahre 2004 schlossen sich die fünf schließlich zu den Teriyaki Boyz zusammen. Mastermind Nigo holte fortan Hochkaräter wie Ad Rock von den Beastie Boys, Dan the Automator oder The Neptunes als Gastproduzenten ins Boot. Parallel gab er die musikalische Marschrichtung sowie das Design für Klamotten und Album vor. 

Zwei der 14 Tracks auf „BEEF OR CHICKEN“ wurden von DJ Shadow und Cut Chemist produziert. Irgendwie passend, denn 2001 veröffentlichen sie zusammen ihr Mixtape „PRODUCT PLACEMENT“. Womit wir beim Stichwort wären. Durch die bis ins letzte Detail perfekte Vermarktung und Promotion - angefangen vom Majorlabel-Vertrag, der gesamten Mode bis hin zu „Tokyo Drift“, dem Titelsong des aktuellen The Fast and the Furious - kann man sich als neutraler Betrachter nicht des Eindrucks erwehren, dass hier etwas ausschließlich am Reis(s)brett kreiert wurde.

Das Produkt J-Hip-Hop der Teriyaki Boyz wirkt einfach nur deplatziert auf dem deutschen Musikmarkt. Globalisierung und Open Minds hin oder her. Die Beats zünden mit sehr viel Wohlwollen gerade einmal, undzwar bei „Celebrity Death Match“ unter Federführung von Dan the Automator. Der Rest plänkelt vor sich hin und reißt niemanden vom Hocker. Durchschnitt, Pubertät und japanische Lyrics (?) regieren und man hat fast ein wenig Mitleid und hofft und hofft. Doch leider finden sich einfach keine richtig guten Songs auf „BEEF OR CHICKEN“.

Es bleibt also zu befürchten, dass die Japaner im Jahre 2006 ähnlich wie bei der WM trotz westlichem Input nicht über die Vorrunde in Deutschland hinauskommen werden. Aber wie wäre es mit japanischen Fastfood à la Yoshinoya mit dem leckeren Teriyaki Chicken? Diese Kette hat sich bereits in den USA etabliert. Dem Land, wo „BEEF OR CHICKEN“ bis dato wohlwissendlich nicht veröffentlicht wurde. An dieser Tatsache wird wohl auch der internationale Testmarkt Deutschland nichts ändern.

18.09.2006 Stecki