Konzertbericht

EIN UNGEWÖHNLICHE LOCATION

THE ALPINE
19.04.2006, Berlin, Dänische Botschaft

Vorbei an den großen türkisfarbenen Lamellen fällt das Sonnenlicht durch die gläserne Front auf das helle Holzinterieur. Der moderne Bau der skandinavischen Botschaften ist ein ungewöhnlicher Ort für ein Konzert. Die Dänen haben eingeladen, um eine weitere der vielen Newcomer-Bands aus ihrem Land zu präsentieren: The Alpine mit ihrem neuen Album „On Feel Trips“.

Die Bühne: eine kleine improvisierte Anhebung inmitten einer laufenden Foto-Ausstellung. Ganz in schwarz nehmen die vier Jungs ihre Plätze an Bass, Gitarre, Drums und Mikro ein. Keyboarderin Ida begibt sich als farblicher Kontrastpunkt in ihrem lila Kleid hinter ihr Instrument. Kurze Begrüßung, und los gehts.

Mit ihrer zweiten Single „Trigger“ legen The Alpine sofort fest, wohin die musikalische Reise führt: charmanter, frisch vorgetragener Power-Pop-Rock mit sympathischen Augenzwinkern. Hier blinken unerwartet kleine, nette Soundeffekte, dort türmt sich der Sound hymnenhaft zu großen Melodien auf. Bestens nachzuvollziehen auch im kraftvollen „Box Office Band“ oder im tanzbaren „Mondays Look The Same“. Das Live-Erlebnis liegt sowohl akustisch als auch optisch irgendwo zwischen den frühen Cardigans, The Ark und ihren Landsmännern Lake Placid, gewürzt mit einer erfrischenden Eigennote.

Sänger Peter gibt den klassischen Frontmann, klettert auf die Drums und windet sich in die Songs hinein. Ida stößt mit ihrer hellen und angenehm warmen Stimme immer wieder dazu, und auch die anderen drei geben ihr Bestes. Nach einer guten Dreiviertelstunde und zwei kleinen Zugaben ist genug gezeigt. Ebenso frisch und charmant wie ihre Songs mischt sich die Band unter die Zuschauer.

Die letzten Sonnenstrahlen fallen auf das helle skandinavische Holz der Botschaft. Für diese Art von Popmusik eigentlich genau der richtige Rahmen.


BERICHT: Henning

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