Tonträger

Tracklist

1. Sucker
2. One night stand
3. Devil I know
4. Trigger
5. Under the gun
6. God was never on your side
7. Living in the past
8. Christine     
9. Sword of glory
10. Be my baby     
11. Kingdom of the worm
12. Going down

MOTÖRHEAD

Kiss Of Death

VÖ: 25.08.2006
Label:
Steamhammer
Web:
www.imotorhead.com

Stets belächelt als die Alkoholvernichter vom Dienst, haben sich Motörhead nach mehreren Jahrzehnten den Respekt vieler Kritiker erspielt. Soll nicht heißen, dass Sänger Ian Fraiser Kilmister, besser bekannt als Lemmy, dem Alkohol abgeschworen hätte. Nein, aber er wird auch nicht jünger. Deswegen trinkt er nach einem Zusammenbruch im letzten Jahr seine Cola-Whiskey-Mischung ab sofort mit ein paar Eiswürfeln mehr.

Für den guten David Hasselhoff machte er Anfang des Jahres eine Ausnahme und trank mit ihm den ganzen Tag lang nur Bier. Laut Augenzeugen sollen die Beiden den Laden sogar auf eigenen Beinen verlassen haben.

Nachdem Lemmy seinen 60. Geburtstag gefeiert hatte, ging es auch gleich an die Aufnahme des neuen Albums, das mittlerweile die Nummer 23 in der Discography von Motörhead trägt. Alle zwei Jahre erscheint ein neues Album der lautesten, aber auch hässlichsten Band der Welt. Trotz dieser doch beachtlich langen Zeit, gibt es hier nicht einmal den Anflug von Eintönigkeit.

Lemmy Kilmister, Philip Campbell und Michael „Mikkey Dee“ Delaouglou geben Gas als gäbe es kein Morgen mehr. War man sonst einfach nur rockige, schnell und laute Töne gewohnt, gibt es jetzt sogar Texte mit Tiefgang. „God Was Never On Your Side“ wird den Fans gefallen, der Kirche eher weniger. Hier stellen Motörhead mal ganz kurz klar, was sie von Kirche, Glauben und Gott halten. Es darf verraten werden, dass das Ergebnis wenig positiv ausfällt.

Seit kurzem lässt Frontmann Lemmy auch seine beiden Mitstreiter am Sonwriting teilhaben, was sich deutlich auf die Qualität auswirkt. Auch das Gitarrenspiel von Campbell hat an Energie, Qualität und Komplexität gewonnen.

Einige werden sicherlich sagen: “Kennst du eine, kennst du alle“. In diesem Fall muss eindeutig widersprochen werden. Motörhead ist eine der wenigen Bands, die sich mit dem Alter steigern und ebenfalls noch ein paar Experimente eingehen.

„Kiss Of Death“ ist sicherlich keine Offenbarung, aber zeigt, dass auch Motörhead sich noch bewegen.

04.09.2006 Tim