Tonträger

Tracklist

1. Believe in me
2. Tinkerbell
3. Homesick
4. Gold
5. Nothing to go
6. Hippy happy
7. Here we go
8. Where you fly
9. Wasted
10. Po. W.
11. Deborah
12. Soon to come
13. Winterday

FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE

Every Heart Is A Revolutionary Cell

VÖ: 28.07.2006
Label:
SPV
Web:
www.fury.de

Was waren das noch Zeiten, als Fury hierzulande eine wirkliche Größe waren. Ihre Alben landeten auf den höchsten Plätzen der Charts, die Konzerte waren erfolgreiche Kreuzzüge, und nahezu jeder mochte Songs wie ?Trapped Today, Trapped Tomorrow?, ?Radio Orchid? und ?Won´t Forget These Days?. Und wie viele Liter Speichel Liebespärchen bei ?Time To Wonder? ausgetauscht haben, dürfte nicht zu unterschätzen sein.
Diese großen Hits haben sie alle bei SPV veröffentlicht, irgendwann lockte ein Majorlabel mit viel Geld. Ab dem Zeitpunkt wollten die Hannoveraner zu ambitioniert und verkrampft künstlerisch wirken. Das hatte zur Folge, dass weiterhin Platten im fixen Intervall erschienen, doch die Beliebtheit nahm ab und das Kaufinteresse auch.

Jetzt sind sie wieder bei ihrem Heimatlabel SPV gelandet. Die haben scheinbar gesagt, macht was ihr wollt, aber fühlt euch dabei wohl. ?Dies ist eine vollkommen interne Platte, die mit Absicht fast so etwas wie Demo-Flair versprüht? frohlockt Thorsten Wingenfelder, und so ganz Unrecht hat er nicht, denn vieles klingt nicht ganz abgeschlossen. Manchmal fragt man sich: ?War es das schon?? Und wenn man einen Song wie den Bosshoss Verschnitt ?Hippy Happy? hört, denkt man, den Song hätten sie aus einer Zechlaune schnell im Kasten gehabt.

Komischerweise ist es dieser Song, der einem auf ?Every Heart Is A Revolutionary Cell? als erstes auffällt, doch der schönste Song ist einer, der gar nicht von den Furys kommt. Es handelt sich dabei um ?Homesick?, geschrieben von dem Könner Michel Van Dyke, ein Song der schmächtig wirkt, aber nach mehreren Durchläufen der beste ist, da er so zurückhaltend und beschwingt wird. ?Deborah? hingegen ist ein gewitzter und schön aufgebauter Ohrwurm. Gut, es gibt auch offensivere Songs wie ?Nothing To Go?, bei denen die Instrumente auch mal lauter sein dürfen. Doch es befinden sich auf diesem Album zu viele Songs, die nur lautlos an einem vorbei ziehen, genau wie die Wolken am Himmel. So bleibt das letzte Album vor dem 20jährigen Bestehen im kommenden Jahr leider nicht mehr als eine Randnotiz.

21.08.2006 Hauke