Tonträger

Tracklist

1. 30/30-150     
2. Come What(Ever) May     
3. Hell & Consequences     
4. Sillyworld     
5. Made Of Scars     
6. Reborn     
7. Your God     
8. Through Glass     
9. Socio     
10. 1st Person
11. Cardiff     
12. Zzyzx Rd.

STONE SOUR

Come What (Ever) May

VÖ: 28.07.2006
Label: Roadrunner Records
Web:
http://www.stonesour.de

Von der hässlichen Made zum wunderschönen Schmetterling an einem Frühlingstag.
Ungefähr so lässt sich die Wandlung des Corey Taylor, seines Zeichens Frontmann von Slipknot und eben Stone Sour, beschreiben.

1992 gegründet wurde Stone Sour erst einmal auf das Abstellgleis geschoben. Corey Taylor hatte größere und vor allem bösere Dinge im Kopf. Mit Slipknot schuf er eine ganze Armee, die sich Maggots nannten und ihrem Anführer blindlings folgten. Die Musik war schnell, aggressiv, dunkel, laut und schockierend. Einige Videos fielen der Zensur der Sender zum Opfer, was die Popularität der Band nur noch weiter steigerte.

Knapp 10 Jahre später schob er Stone Sour wieder vom Abstellgleis, um ein paar Runden zu drehen. Ergebnis dieses kurzen Intermezzo war 2002 das Debütalbum ?Stone Sour?. Unsicher über seine genauen Vorstellungen, aber auch Angst die Slipknot-Fans zu vergraulen, erblickte ein ordentliches, aber nicht eindeutiges Album die Welt.

2004 ließ Corey Taylor mit noch bösartigeren Masken "Vol. 3: The Subliminal Verses" auf seine Maden herabregnen. Schon damals sorgte die erste Single "Duality" für Unruhe im Lager. Als dann balladeske Klänge zu vernehmen waren, war die für viele Anhänger das Ende der Band besiegelt.

2006 bekennt sich Taylor endlich zu seiner Vorliebe für Melodien. Der Opener "30/30 150" zum zweiten Album von Stone Sour ist eine gemäßigtere Fortsetzung der Sliplknot-Single "Duality". Für den Titelsong werden die Toms vom neuen Mitglied, Roy Mayorga, am Schlagzeug gleich mal weichgeprügelt. Gelernt hat der gute Mann sein Handwerk bei Soulfly.

Bei "Hell And Consequences" setzt sich noch ein Mal das Böse bei den beiden Slipknot-Mitglieder Taylor und Root durch. Schnell laut, Doublebass und wütender Gesang.

"Sillyworld" dagegen wird vielen Freunden der Aggression Tränen in die Augen treiben. Hier zeigt Taylor, was seine Stimme außer Aggressivität noch zu bieten hat. Melodie. Diese macht sich so schnell im Zimmer breit, dass man keine Chance hat ihr zu entkommen. Pudelkönig Chad Kroeger von Nickelback würde sein letztes Hemd für genau so einen Song geben, der ihm endlich die Anerkennung einbrächte, um die er seit Jahren buhlt.

Begleitet vom Piano treibt es Taylor mit "Zzyxx Road" auf die Spitze. Die letzten Maggots entledigen sich tränenreich ihrer Fanutensilien und wechseln in das Lager von Motörhead. Lemmy wird sich niemals ändern und sie enttäuschen.

Dieser Song geht als waschechte Ballade durch und hat große Chancen bei selbst konservativen Radiosendern einen Platz zu bekommen.

Auch wenn jetzt die Enttäuschung bei vielen Anhängern groß ist, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Stone Sour nie als Nachfolger oder bloße Kopie von Slipknot gehandelt werden wollten. Stone Sour stehen für Eigenständigkeit und Variantenreichtum und beweisen dies mit "Come What (Ever) May" eindrucksvoll.

13.08.2006 Tim