Tonträger

Tracklist

1. Bright Idea
2. No Tomorrow
3. Happiness
4. Already Over
5. Downtown
6. Tryin' To Help
7. So Ahead Of Me
8. Last Night
9. Look Around
10. Save The World

 

ORSON

Bright Idea

VÖ: 11.07.2006
Label: Island Records
Web:
www.orsonband.de

Orson werden ja als eine der neuen hoffnungsvollen jungen Bands aus U.K. genannt, doch das stimmt einfach nicht. Und das hat mehrere Gründe, denn die fünf Herren kommen nämlich aus Kalifornien, genauer gesagt aus der Glitzermetropole Hollywood. In dieser Stadt kennt man sich gut mit Fassaden aus, und so sind Orson gut gestylt. Aber jung sind sie trotzdem nicht mehr ganz, zumindest jeder der Musiker der große Bruder von den Artic Monkeys sein könnte. Und mit einem schmalen Budget von 5000 Dollar nahmen sie ihr selbstproduziertes Debüt "Bright Idea" auf, und ihre erste Single "No Tomorrow" hat das Geld schon wieder reingespült. Die schoss nämlich auf die Pole Postion der britischen Charts und handelt davon, wie Sänger Jason Pebworth seine Freundin an die Rave-Kultur verloren hat.

Mittlerweile ist Ravemusik schon längst Geschichte, und eigentlich passt das ganz gut zu Orson. Denn auch die Musik von den fünf Herren ist nicht so aufregend wie die von vielen britischen Helden, sie sind nicht so rau wie Razorlight, haben weniger Melancholie als Snow Patrol, nicht die Spitzbübigkeit der Kaisers Chiefs und auch weniger herzerweichende Gefühle als The Feeling. Eigentlich ideale Vorraussetzungen, um sich einen eigenen Platz bei der Reise nach Jerusalem zu ergattern. Doch weit gefehlt, denn was die anderen Bands haben, besitzen Orson nicht und auch sonst haben sie eigentlich nichts Markantes. Eines ist an ihnen ist aber doch sehr eigenartig, ihre Einflüsse. Ein bisschen klassischer Rock a la Rolling Stones (bei "Happiness" hat man das Gefühl, Keith Richard spielt Gitarre) und viel Softrock der Marke Doobie Brothers oder Hall & Oates, diese Einflüsse sind eigentlich bei jedem Song spürbar.

Musikalisch sind sie dann auch sehr großzügig: Alles was opulent klingt, wird genutzt, fette Riffs (beispielsweise Keith Richards Gitarrenspiel), allerhand aufwendige Hooks und Chorgesänge machen große Songs. Warum aber die Songs dann doch nicht wirklich hängen bleiben und sich oft nur durch das Ohr schleichen, bleibt unklar. Vielleicht doch das Hollywood Prinzip, aufwendig gestylt und im Kern dann nicht wirklich greifbar. Da fragt man sich wirklich, warum das so ist. Wobei beim Titelstück und der Hitsingle ihre Tricks funktionieren. Wäre das mit den anderen Songs genauso, wäre "Bright Idea" eine wirklich große Popplatte.

25.07.2006 Hauke