Tonträger

Tracklist

1.Take a Bow
2.Starlight
3.Supermassive Black Hole
4.Map Of The Problematique
5.Soldier's Poem
6.Invincible
7.Assassin
8.Exo-Politics
9.City Of Delusion
10.Hoodoo
11.Knights Of Cydonia

MUSE

Black Holes & Revelations

VÖ: 30.06.2006
Label:
WMI
Web:
www.muse.mu

Starten wir mit einem Zitat aus einer Zeitung, die seit Jahren konstant an Niveau verliert: Dem "Stern": "Faszinierend: Das neue Album von Muse gleicht einer Mischung aus den frühen Genesis plus Queen plus Radiohead plus einem Schuss Eurythmics. Es grüßen Coldplay, Travis, U2, Depeche Mode. Plötzlich taucht Prince auf, dann melden sich aus dem Hintergrund die Beatles.?
Herrlich. Mehr Bandvergleiche könnte auch der größte Schubladendenker nicht anführen. Um die Liste noch zu ergänzen, könnte ?Invincible? auch aus der Feder und den Stimmbändern von Silverchair-Frontmann Daniel Johns stammen.

Doch wie klingt das Album jetzt ohne andauernd fremde Bandnamen zur Hilfe nehmen zu müssen? Reicht es an das eigene Denkmal ?Absolution? heran oder ähnelt es eher "Showbiz"?

Mit "Black Holes & Revelations" ist wie mit einem alten Auto im skandinavischen Winter. Steht das Fahrzeug länger ohne Bewegung auf einem Fleck, dann braucht der Fahrer schon ein paar Anläufe bis der Funke überspringt. Vier bis fünf Anläufe werden benötigt, um mit dem Material warm zu werden.

Da Ausnahmen die Regeln bestätigen, darf man sich die Frage stellen, was Matthew Bellamy dem Hörer mit der Single ?Supermassive Black Hole? mitteilen möchte. Nicht jeder Mann muss auch als Mann stimmlich erkannt werden? Hier wandert das Auge ausnahmsweise auf das Stern-Zitat. Dort wurde unter anderem auf Prince verwiesen, was leider für diesen Song leider keinesfalls absurd ist.

Gott sei Dank. Endlich. "Starlight" gibt dem Hörer genau das, wonach er verlangt. Muse pur.

Hier wird auf vieles verzichtet. Trotzdem kreieren Muse einen Klangteppich, der sich so wunderbar aus dem Boxen schlängelt. Piano, Gitarren und diese gewohnte Stimme eines Bellamy, der zur Höchstform aufläuft.

Auch "Map Of The Problematique" und ?Assassin? bestehen aus exakt den gleich Komponenten. Feinster Stoff, den uns die Herren dort präsentieren.

Aber auch für Muse scheint nicht immer die Sonne. So auch beim letzten Song "Knights Of Cydonia". Ein Mischung aus Kiss "I Was Made For Lovin You" und der Musik von Bonanza galoppieren über den Hörer hinweg, bevor er sich eingequetscht zwischen Wayne Campell und Garth Algar wieder findet, die ihm einen Song im Stile von "Bohemian Rhapsody" ins Ohr brüllen. Schon bei "Soldier´s Poem" fragt sich der Hörer, ob es noch unveröffentlichte Gesangsspuren von Freddy Mercury gibt, die Matthew Bellamy ersteigert und verwendet hat.

Schade, aber das gibt böse Abzüge in der B-Note, da hier die Grenze überschritten wurde. Zeitweise übertreiben Muse es einfach und überladen die Songs derart, so dass sie fast unter ihrem Gewicht zu ersticken drohen.
Die einfachen Songs wie "Starlight" oder "Assassin" sind es, die gefallen und diesem Album ein positiveres Fazit bescheren. Trotzdem reicht es nicht, um ein Album wie "Absolution" in Bedrängnis zu bringen, das die Messlatte einfach zu hoch gelegt hat.

21.07.2006 Tim