Tonträger

Tracklist

1. Every word's a whisper
2. Maybe I'm waiting
3. Something I can trust
4. It's not a secret
5. Three times
6. Finding my feet
7. Name of distrust
8. And still they stand strong
9. Wearing thin
10. Portraits fall
11. Quicksand mindset
12. Breaking your fall

TRIBUTE TO NOTHING

How Many Times Did We Live?

VÖ: 28.04.2006
Label:
Rough Trade
Web:
http://www.arcticmonkeys.com

Was muss im Blasting Room die Hölle los gewesen sein, betrachtet man einmal die Liste der Bands, die gegenwärtig die Herren Livermore und Stevenson an ihren aktuellen Alben haben herumschrauben lassen. Dass jenseits des Atlantiks ein großer Sound produziert wird, ist auch Tribute To Nothing nicht entgangen, also packten die vier Engländer zwölf Songs in ihre Köfferchen und machten sich auf den Weg zu den Tonmeistern aus Colorado. Dabei herausgekommen ist ?How Many Times Did We Live??, ein Kracher, der seinen Vorgänger ?Act Without Words? um Längen in den Schatten stellt. Wirkte der fünfte Longplayer noch relativ schwach auf der Brust, strotzt Nummer sechs in der Diskografie nur so vor neuer Kraft.

Logischer Weise spielt das Songwriting bei der positiven Überraschung ebenfalls eine gewichtige Rolle. Und es scheint tatsächlich so, als hätten Tribute To Nothing sich beim Schreibprozess der geforderten Frischzellenkur besonnen. ?How Many Times Did We Live? versinkt nicht in den Massen an Post-Hardcore-Formationen, sondern wandelt gekonnt auf dem Grat zwischen Eingängigkeit und Vertracktheit. Vom Opener ?Every Word?s A Whisper? an löst sich eine Gitarre von ihren Rhythmus-Pflichten und lässt sich verspielt durch zahlreiche Songs gehen. Doch damit dies nicht 51 Minuten lang zum Standard verkommt, drücken die Engländer zahlreiche straighte Passagen ? bevorzugt in den Refrains ? durch die Boxen. Songs wie ?Maybe I?m Waiting?, ?Quicksand Mindset? und Three Times? pendeln souverän zwischen Komplexität und gelösten Leinen.

Zwischenzeitliche Ausflüge in atmosphärische Klangregionen (?And Still They Stand Strong?) und depressive Gefühlswelten (?Finding My Feet?) bilden dankenswerter Weise die Ausnahme, denn der Rest des Dutzend Songs ist so, wie wir Tribute To Nothing kennen (und lieben): aggressiv, ausgelassen rockend, kantig, nahezu verzweifelt. Private Rückschläge werden hier in Zeilen und Noten gepackt, denn in ihrer Musikwelt fühlt sich das Quartett heimisch. Dementsprechend ist ?How Many Times Did We Live? eine amtliche Hausnummer geworden, an der nicht nur Liebhaber der alten Dischord-Schule klingeln sollten.

25.02.06 Jack