Tonträger

Tracklist

1. Sleep Well  
2. Cut the Cord  
3. Disassemble  
4. Chewing on Lies  
5. You Are the One  
6. My Hopelessness and Me  
7. Parasites  
8. Moshpit Etiquette  
9. Repeater  
10. 'Til the Very End  
11. Recruit  

Waterdown

All Riot

VÖ: 24.01.2005
Label:
Victory Records
Web:
www.waterdown.com

Um als einzige deutsche Band auf dem Hardcore-Label Victory Records dauerhaft bestehen zu können, muss man schon kräftige Ellenbogen haben. Waterdown aus Osnabrück haben insgesamt zwölf davon und mit ?All Riot? ein nagelneues Album am Start, das den Kollegen auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans beweist, dass es hierzulande nicht nur Trittbrett fahrende Formationen, sondern auch Zugpferde gibt.

Das neue Werk wirft mit elf schweren Brocken um sich, die vor allen Dingen Hardcore und Metal unter einen Hut bringen. Eine hörbare Menge Punkrock ist in das Songwriting ebenfalls mit eingeflossen, so dass man dankenswerter Weise nicht von einem weiteren stupiden Metalcore-Album sprechen muss. Waterdown gehen von Beginn an den druckvollen Weg (?Sleep Well?, ?Cut The Cord?) und lassen vor allem die Gitarren vom Pflock. Soll heißen, dass Axel Pralat und Holger Behrens mit ihren Instrumenten viel anstellen, also sowohl kleine Spielereien als auch brutale Dampframmen auf dem Kerbholz haben. Selbiges gilt für den Gesang, den sich wie gehabt ein Duo teilt: Zu dem etablierten Ingo Reiser ist seit kurzem Michael Janczak hinzu gestoßen. In diesem Sinne wird auch gesanglich bestens kooperiert. Während der eine sich die Seele aus dem Hals brüllen darf, fixiert sich der Mitstreiter auf die melodischen Momente, die nicht selten die Aggressions-Lawine auflockern und somit ?All Riot? den durchgängigen Knüppel-Charakter nehmen.

Daran hat das Sextett auch gut getan, denn auf die Dauer geht die kraftprotzige Schiene ziemlich auf die Nerven. Es ist eben wie beim Fußball: Wenn nur gebolzt wird, gehen die Spielfreude und die Genießbarkeit flöten. Um dies zu vermeiden, besinnen sich Waterdown auf erwähnte melodische Passagen und streuen zudem zwischenzeitlich einige vertrackte Parts und Nachbrenner (?Parasites?) ein. In Anbetracht dieser wütenden Klänge ist es ziemlich erstaunlich, dass mit Ingo Knollmann ? seines Zeichens Frontmann der Donots ? ein Mann an den Reglern saß, der eher für seichtere Töne bekannt ist. Doch auch anno 2005 lässt man sich gerne überraschen, immerhin hat er die 36 Minuten Musik in ein angemessen druckvolles Soundgewand gekleidet. Kräftiges Liedgut von kräftigen Typen (geht man zumindest nach den genretypisch finsteren Blicken auf dem Backcover).

25.01.2006 Jack