Tonträger

Tracklist

1. This is who we are
2. We are so last year
3. Language lessons (Five words or less)
4. Pens and needles
5. Saying sorry
6. Dead in the water
7. I am on your side
8. Breathing in sequence
9. Light sleeper
10. Cross me off your list
11. Where can I stab myself in the ears
12. Decembers 

Hawthorne Heights

If Only You Were Lonely

VÖ: 27.02.2006
Label:
Victory Records
Web:
www.hawthorneheights.com

Da haben wir wieder den Salat! Ist dem Hype des Emo-Rock beziehungsweise Screamo (man nenne es wie man möchte) in letzter Zeit tüchtig die Puste ausgegangen, schicken sich einige Bands ungeniert an, die Fahne dieses Genres unbeirrt hochzuhalten. Das Problem ist nur, das aus dem einst prächtigen Stück Stoff mittlerweile ein arg gebeutelter Lappen geworden ist, der sich nicht mit goldenen Schallplatten flicken lässt.

Den Abräumern Hawthorne Heights macht das scheinbar überhaupt nichts aus. In diesem Sinne veröffentlichen sie mit ?If Only You Were Lonely? ein weiteres Album, das sich lückenlos in das einst so glorreiche Genre einordnen lässt, getreu dem Motto: Ein Löffel für Papa, einer für Mama, einer für Onkel Jürgen?Gott, was ist der Kleine dick geworden! Ebenso adipös rangiert diese Scheibe im CD-Player herum und kann nur äußerst selten mit positiven Momenten überzeugen.

Kommt dieses Werk mit ?This Is Who We Are? und ?We Are So Last Year? noch relativ gut in die Puschen, entfaltet ?If You Were The Lonely? bereits in der Folgezeit seine konditionellen Schwächen, was sich in der Darbietung zahlreicher ausgelaugter Songs äußert. Typisch weinerlicher Gesang trifft auf zeitweises Background-Geschrei, die Songs sind ebenso brav arrangiert wie die Scheitel der fünf jungen Herren. Schmerzlich vermisst man markante Momente, die Gähnern wie ?I Am On Your Side? oder ?Cross Me Of Your List? ein bisschen Schwung verleihen.

Folglich geht auch die zweite Luft in Form von dem druckvollen ?Where Can I Stab Myself In The Eyes? schnell zur Neige, denn das Album schließt (selbstverständlich) mit einer ganz lahmen Schmuse-Schnulze (?Decembers?). Nach 43 Minuten am Ziel angekommen, offenbart dieser Zwölferpack im Vergleich zu den Labelkollegen Aiden oder Silverstein arge Defizite in punkto Nachhaltigkeit. Spuren von Durchhaltevermögen sind schwer festzustellen. In solchen Fällen hilft meist nur eines: Erst rein ins Sauerstoffzelt, dann ab ins Trainingslager, damit der Nachfolger nicht ebenfalls als dezenter Rohrkrepierer endet.

27.02.2006 Jack