Tonträger

Tracklist

1.The River
2.Mystery
3.Get Ready
4.Show
5.Wings
6.Sofia
7.Love Shines (A Song for My Daughters About God)
8.Where Do We Go From Here?
9.Home
10.All I Need
11.You Are Not Alone
12.Night of Nights

LIVE

Songs from Black Mountain

VÖ: 07.04.2006
Label: Epic
Web:
www.friendsoflive.comhttp://www.arcticmonkeys.com

Kirchenkreis, Gitarrenunterricht, Tee, Gespräche, Feuerzeuge und Bush. Das alles verkörpern Live schon seit Jahren. Nur Bush passt so irgendwie nicht in die Aufzählung. Oder doch? Früher hieß es kein Festival ohne Bush und Live. Es wurde schon gemunkelt, dass man die beiden Bands nur im Doppelpack buchen konnte. Zu den Songs von ?Throwing Cooper? konnten sich die damaligen ?weichen? Alternativeanhänger in den Armen liegen oder mit geschlossenen Augen den Text mitsingen, um tiefer in die Materie einzutauchen.Anhänger der härteren Fraktion fühlten sich schon damals dazu genötigt noch mehr Bier zu verhaften oder bereits fast durchgelaufenes zu entsorgen.

Das war vor gefühlten 20 Jahren. Heute lacht Bush-Frontmann Gavin Rossdale über Ed Kowalczyk während er der ganzen Welt ab und zu mit seiner Ehefrau Gwen Stefanie beweist, was man macht, wenn die eigene Musik droht in die Belanglosigkeit zu rutschen. Live ? Sänger Kowalczyk hatte es aber auch immer einen Tick schwerer. Er sah selten so gut aus wie der Frauenheld Gavin und seine Musik sprach nie das weibliche Material der Güteklasse A an. Somit blieb ihm auch nichts anderes übrig als sich komplett der Musik zu widmen, um dort irre Weisheiten wie ?The Future is now, the past is gone forever? vom Stapel zu lassen. Weitere hochbrisante geistige Ergüsse werde ich jetzt nicht verraten, damit es überhaupt einen kleinen Anflug eines Kaufanreizes gibt. Musikalisch gibt es hier nicht einmal Schonkost. Diese leiernde Stimme, dazu das mitleidserregende Gesicht von Ed im Hinterkopf und diesen gähnend langweiligen Texten bestärken einen darin, dass der Zug für Live schon vor 10 Jahren abgefahren war. Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören. So wie Dieter Eilts oder Wnyton Rufer.

Nach einem Erfolgsalbum wie ?Throwing Cooper? ist es verzeihlich, wenn das nächste Album nicht ganz den Erwartungen entspricht. Wenn allerdings das vierte Album in Folge den Trend in Richtung Kreisklasse C verstärkt, sollte man sich ernsthaft Gedanken über die weitere Zukunft machen. Wie der gute Ed schon so treffend festgestellt hat ?Die Zukunft ist jetzt, die Vergangenheit ist vorbei?. Schleierhaft bleibt auch die Motivation der Plattenfirma. Anstatt Auslaufmodellen wie Live ständig neue Plattenverträge nachzuwerfen, wäre eine Rentenkasse für gestrauchelte Musikhelden der Vergangenheit effizienter und günstiger.

Wer das Musikerleben von Live künstlich verlängern möchte, der beschaffe sich dieses überaus langweilige Album. Allen anderen winkt ein Wiedersehen mit Ed und der Akustikgitarre im Sommer auf einigen Festivals.

13.04.2006 Tim