Tonträger

Tracklist

1. Blood on your lips
2. Wanted dead
3. Buried in the justice ground
4. City of god
5. Bibles and guns
6. Axis of Evil
7. Lords of depravity
8. No captures
9. Lay down the law
10. Nothing to regret
11. The enemy inside

SODOM

Sodom

VÖ: 21.04.2006
Label:
Rough Trade
Web:
www.sodom.de

Straight out of the Pott kommt ein neues Thrashmetal-Werk, das aufgrund seiner Kompromisslosigkeit die Kohle aus den Flözen brechen soll. Selbst bei der Wahl des Albumtitels wurden keine Gefangenen genommen. So heißt der neue Longplayer aus der Schmiede von Tom Angelripper schlicht ?Sodom? und zeigt das Trio stilistisch vielfältiger denn je. Nahm man sich anfangs noch vor, ?harder than hell? zu sein, muss heutzutage nicht mehr eine Patrone nach der anderen durch die Lautsprecher gejagt werden.

In den vergangenen fünf Jahren, die seit dem Vorgänger ?M-16? in die Lande gegangen sind, haben sich Sodom ein dezentes Gespür für Melodien angeeignet. Richtig gelesen, es werden nicht nur Nägel ins Brett gekloppt, sondern auch kleine Schleifchen darum gebunden. ?Buried In The Justice Ground?, ?No Captures? und ?Axis Of Evil? ? letzterer in Anlehnung an den allseits beliebten Sheriff aus Texas ? kommen in gemäßigtem Tempo aus den Startlöchern und bringen sowohl die bekannte Härte als auch eher untypische Melodiebögen unter einen Hut. Zudem hat Knurrhahn Angelripper sein Gesangsspektrum ein wenig erweitert.

Dass die Ruhrpott-Thrasher aber auch anders können, stellen sie mehr als einmal unter Beweis. Mit ?Bibles And Guns?, ?Lords Of Depravity? und ?Nothing To Regret? zaubern sie in gewohnter Manier Schweißperlen auf die Stirnen ihrer Fans. Und bei dem sauschnellen ?Wanted Dead? werden alle Zügel fallen gelassen ? damit kann man die Hölle ganz gepflegt durchpusten und dem Leibhaftigen einen flotten Scheitel kämmen.

Auffällig ist, dass der Altmeister mit seinen zwei Kollegen (Gitarrist Bernemann und Schlagzeuger Bobby Schottkowski), es endlich auf die Reihe bekommen hat, seinen Hammerschlägen eine adäquate Produktion zu verpassen. Es gibt kaum etwas Grauenvolleres als eine harte Nummer, die an einem hauchdünnen Soundgewand krankt. Dank Andy Brings, der vor einigen Jahren selbst bei Sodom an der Gitarre aktiv war, hat das Fernseh-Rauschen endgültig ein Ende und der Elfer-Pack ordentlich Wucht.

?Sodom? ist ein durchweg kraftvolles Album, das in Thrashmetal-Kreisen natürlich für intensives Nackentraining sorgen wird. Gegen die Wuchtbrummen aus Skandinavien kann Sodom jedoch nicht anschmettern. Von denen können sich die deutschen Metaller noch eine deftige Scheibe abschneiden. In diesem Sinne verbleibe ich diplomatisch: Für Fans ein Selbstgänger, sonstige Interessenten sollten antesten, auch wenn Sodom nicht erst seit gestern unterwegs sind.

25.02.06 Jack