Tonträger

Tracklist

1.SCG3 Special Report
2.The Deadite Girls Gone Wild
3.The Kids Who Wanna Play With The Dead
4.It Snows In Hell
5.Who's Your Daddy
6.They Only Come Out At Night
7.Chainsaw Buffet
8.Good To Be Bad
9.The Night Of The Loving Dead
10.Supermonstars

LORDI

The Arockalypse

VÖ: 03.03.2006
Label:
Drakkar Records
Web:
www.lordi.org

Schreck lass? nach, hässliche Vögel im Anmarsch! Hier scheinen sich vier Kerle und ein Mädel kräftig in GWAR verliebt zu haben, so dass das Quintett nicht nur deren Schminke auflegt, sondern auch den Ausstatter des morbiden Vertrauens konsultiert. Und so zeigen sich Lordi ? irgendwie ist dieser Bandname sogar noch schrecklicher als die Fratzen ? im amtlichen Monster-Outfit inklusive Krallen, Reißzähnen und Mega-Plateaus (KISS lassen grüßen).

Die ?Arockalypse? startet sogleich mit einer minutenlangen Panikmache in Form einer Fernsehübertragung: Gruselige Gestalten bedrohen den Planeten, unsereins Menschheit solle nicht die eigenen vier Wände verlassen, geschweige denn Kontakt mit dem Gesocks aufnehmen. Lordi hauen in diesem schaurigen Schauspiel mächtig auf die Tonne, ehe es endlich zum musikalischen Teil übergeht.

Dieser zeigt sich erneut als Versuch, den perfekten Soundtrack für eine Splatter-Show zu liefern. Kennen wir eigentlich alles schon von GWAR, deren Klänge abseits der Bühne eher in den Darm als ins Ohr gehen. Doch Lordi sind an ihren Instrumenten einfach die besseren Kreaturen. Die Finnen schaffen es tatsächlich, trotz gesteigerter Aufmerksamkeit auf Erscheinungsbild und dem, was da wohl im Laufe des Konzertes an Exkrementen von der Bühne fliegen mag, ein vernünftiges Hardrock-Album abzuliefern. ?The Arockalypse? erfüllt wirklich sämtliche Klischees, die ein klassischer Rock-Longplayer zu erfüllen hat. Das bedrohliche Intro hatte ich bereits erwähnt, in der Folgezeit rocken sich Lordi mit ?The Deadite Girls Gone Wild? und ?The Kids Who Wanna Play With The Dead? durch traditionelle Rocksong-Strukturen. Strophe, ein selbstverständlich mehrstimmiger Refrain, dazu stets ein Standard-Solo auf den Saiten ? die Schock-Rocker nehmen absolut keine Gefangenen. So wird auch die obligatorische Ballade mit Piano-Einsatz (?It Snows In Hell?) eingestreut, und auch der Old-School-Synthie-Rock erhält seine Berücksichtigung (?Good To Be Bad?). Korrekt, Ideenreichtum findet auf ?The Arockalypse? nicht statt. Dieser wurde scheinbar gänzlich beim Entwerfen der Kostüme verpulvert. Dennoch geht dieses opulente Stück Musik lange nicht so sang- und klanglos in den Niederungen der Kloschüssel unter, wie es bei den Ergüssen von GWAR der Fall ist.

Ein bisschen armselig ist allerdings das Arsenal der Ungetüme: Zehn Titel minus ein Intro macht unter dem Strich neun Songs. Wer so die Welt erobern möchte, scheitert leider bereits an Zahnbürste und Pickelstift.

02.03.2006 Jack