Tonträger

Tracklist

1.Broadcast to the world
2.Rated "U" for ugly
3.Anthem
4.Enemy
5.Back to normal
6.Postcards from hell
7.Karma flavored whisky
8.Here's to you
9.Wake me up
10.Lobotomy for dummies
11.The walking dead
12.Your new boyfriend wears girlpants

ZEBRAHEAD

Broadcast To The World

VÖ: 30.06.2006
Label: Steamhammer
Web: http://www.zebrahead.com

Mit besten Grüßen aus dem sonnigen Orange County melden sich die Zebraköpfe zurück. Führt man sich deren neues Album ?Broadcast To The World? unvoreingenommen zu Gemüte, muss man blitzschnell feststellen, dass das Klima rund um Los Angeles in der letzten Zeit wohl ausgezeichnet gewesen sein muss. Anlass zu dieser Vermutung geben die zwölf frischen Songs, die vor guter Laune nur so strotzen. Wenn Zebrahead Musik machen, dann scheint automatisch die Sonne, und man wünscht sich auf der Stelle eine Küste nebst Sandstrand in das Wohnzimmer.

Zugegebenermaßen bin ich bis dato immer ein bisschen skeptisch gegenüber den Klängen des kalifornischen Quintetts gewesen, wurden wir unter anderem von Blink 182, Sum 41, Reel Big Fish und Konsorten in Sachen Poppunk mit hohem Spaßfaktor regelrecht überschwemmt. Demzufolge ist für einen Spätstarter wie Zebrahead, die erst um die Jahrtausendwende auf sich aufmerksam zu machen versuchten, äußerst wenig Platz in den Gehörgängen. Schlechte Karten also für die Punkrock-Crossover-Formation. Trotzdem gab es für die Vorgänger ?Playmate Of The Year? und ?MFZB? Platin beziehungsweise Gold.

Es bedarf keinerlei hellseherischer Fähigkeiten um zu behaupten, ?Broadcast To The World? bringe neuen Schwung in ein Genre, das in letzter Zeit enorm viele Rohrkrepierer offenbart hat. Ich erinnere nur kurz an die letzten, flachatmigen Ergüsse von Goldfinger, New Found Glory und Mest, die alles andere als überzeugen konnten. Zebrahead liefern im Laufe der 40 Minuten den Stoff, den die so genannten Aushängeschilder so schmerzlich vermissen ließen. Schon der diesem Album den Titel spendende Opener zeigt den Fünfer in bester Spiellaune: In der Strophe packt Ali Tabatabaee zumeist den Rap aus, was bisweilen die alten ?Judgement Night?-Zeiten ins Gedächtnis zurückruft ? allerdings ohne Gangster- und Gettho-Flair.

Die wahre Stärke dieser Scheibe entfaltet sich in den Refrains, die hochmelodisch und absolut eingängig sind (?Rated U For Ugly?, ?Postcards From Hell?, ?The Walking Dead?, ?Wake Me Up?). Wer braucht in solch druckvollen Poppunk-Passagen mit unzähligen Ooohs und Aaahs im Hintergrund noch oben genannte Bands? Und auch wenn die Herren beispielsweise mit ?Here?s To You? einmal Durchschnittsware abliefern, produzieren sie Ohrwürmer in Akkord. Einen großen Beitrag dazu liefert der neue Mann am Gesang, Matty Lewis. Er übernahm im Jahr 2004 den Job von Justin Mauriello und verfügt über das geeignete Organ für den sonnigen Sound, den der aufstrebende Produzent Cameron Webb (Motörhead, Social Distortion, Ignite, Silverstein) ins rechte Licht rückte. Mit ?Boradcast To The World? kann man eine Menge richtig machen.

27.06.2006 Jack