Tonträger

Tracklist

1. Bombs over brooklyn
2. When we fall
3. Lottery
4. Sonora
5. Black rain
6. V.O.C.
7. The broadcast
8. Numb
9. Pray for me
10. Caught in a trap
11. Truth has failed

Love Equals Death

Nightmerica

VÖ: 17.03.2006
Label:
Fat Wreck
Web:
www.loveequalsdeath.com

Furchteinflößend, mit was der Fat Wreck-Nachwuchs hier konfrontiert: Ein junges Mädchen blickt uns vom Cover aus in bekannter ?The Ring?-Manier apathisch in die Augen, streckt uns greifend die Hand entgegen, während im Innenleben des Booklets die vier beteiligten Musiker ominös aufgebrezelt herumspuken. Somit können wir uns schon fast sicher sein, dass Fat Mike mit Love Equals Death keine sonnige Punkrockband unter Vertrag genommen hat.

Vielmehr hat sich die junge Formation, die sich unter anderem aus frustrierten Ex-Mitgliedern von Tsunami Bomb und Loose Change zusammensetzt, dem Horror-Punk verschrieben. Dieses Genre erfreut sich nicht zuletzt dank AFI einer kontinuierlich steigenden Beliebtheit. Da mag es einem fast schon verdächtig vorkommen, dass Love Equals Death ziemlich stark nach Davey Havoc und Konsorten klingen. Sänger Chon Travis geht mit einem ähnlich hohen Organ ans Werk, zudem pendeln die Grusel-Rocker auf ?Nightmerica? in schöner Regelmäßigkeit zwischen melancholischen Midtempo- und aggressiven Uptempo-Nummern. Songs wie ?When We Fall? und ?Numb? rufen aufgrund ihrer bodenständigen Erscheinung alte Bad Religion-Platten ins Gedächtnis. Aber nicht nur im hohen Drehzahlbereich muss festgestellt werden, dass der Vierer mit seinem Songwriting niemandem in Mark und Bein fährt. Sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. ?Nightmerica? rockt mit einem glasklaren Sound durch elf Songs, ohne eine Schneise der Euphorie zu hinterlassen. Natürlich wird ?Caught In A Trap? live aufgrund der ?Hey?-Chöre für eine Menge Feuer unter dem Dach sorgen. Dennoch kommt diese Energie nicht aus der Konserve.

Das Labeldebüt von Love Equals Death findet folglich eher unspektakulär statt: mal hochmelodisch, mal hardcore-lastig (?The Broadcast?) und zum Schluss ruhig und atmosphärisch. Vor dieser Scheibe muss sich keiner fürchten, aber ob man wirklich so eifrig seine Hand nach ihr ausstrecken sollte, wie es das mysteriöse Mädel auf dem Silberling praktiziert, wage ich zu bezweifeln.

04.03.2006 Jack