Tonträger

Tracklist

1.These Days
2.Clear Cutting
3.Single
4.Break Your Frame
5.Disarm
6.Not A Dull Moment
7.You deserve This
8.If I Had A Son
9.Solar Sister
10.Off The Wagon
11.Another dead Romance
12.Killers And Liars
13.Our Greatest Year
14.The Passenger

bad astronaut

Houston: We Have A Drinking Problem

VÖ: 14.10.2002
Label:
Fat Wreck
Web:
www.badastronaut.com

Der musikalische Weltraum, unendliche Weiten. Wir befinden uns im Jahre 2002. BAD ASTRONAUT brechen erneut auf, um neue Ohren und musikalische Herzen zu erobern. Dabei stossen sie in Galaxien vor, die nie eine Band zuvor gesehen hat. Trotzdem kommt einem das ein oder andere irgendwie bekannt vor...

Nach ihrer ersten Mission, der 10-Song-EP ?Acrophobe? aus dem Jahre 2001, folgt nun der erste Longplayer von BAD ASTRONAUT mit dem Titel ?Houston: We Have a Drinking Problem?. Die Crew: Erneut starten BAD ASTRONAUT mit ihrem altgedienten CaptainJoey Cape, der schon bei der legendären MelodicPunkrock-Band Lagwagon seine Führungsgesangs-Qualität unter Beweis stellte. Außerdem mit an Bord: Derrick Plourde, Drummer auf den ersten drei Lagwagon-Alben, Angus Cooke, seines Zeichens Produzent und Besitzer von Orange Whip Studios, wo u.a. Nerf Herder, Ataris, usw. aufnehmen, Marko 72, der als Bassist sowohl bei Nerf Herder als auch bei den Swingin´ Utters spielte und der aktuelle Bassist von BAD ASTRONAUT und Sugarcult ist, sowie drei andere Astronauten namens Thom, Todd und Jonathan. Die Mission: ?Houston: We Have a Drinking Problem? ist ein stilreiches und interessantes Werk. Bewaffnet mit den Standard-Waffen E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug und viel elektronischer Instrumentierung, wie z.B. Drumcomputern, Sequencern und Synythesizern, verbinden BAD ASTRONAUT zusammen mit Klavier, Cello, Akustik-Gitarren und traditioneller Percussion verschiedene Stilrichtungen zu einem gelungenen Mix aus mal fröhlich, mal traurig, mal sphärisch, mal rockig, mal schleppend, mal verspielt. Langweilig wird es eigentlich nie, es gibt immer wieder etwas neues zu entdecken. Die unverwechselbare Stimme von Joey Cape thront dabei über jedem Song und gibt den Kurs an.

Bei einigen Songs kann man oft Vergleiche zu Lagwagon ziehen, da Joey Cape sich ab und zu typischer Lagwagon-Gesangslinien bedient ? was die Songs aber nicht unbedingt schlecht macht. Songs wie ?Single?, ?Killers And Liars? oder ?Not A Dull Moment? fangen zwar meist ruhig und akustisch an, werden dann aber im Midtempo durchaus zu soliden Punkrock-Songs, ohne Lagwagon-Coverstücke zu werden. Einzige Ausnahme: ?Disarm? ? eine sehr gelungene und abgefahrene Interpretation vom Lagwagon-Song ?I Hate My Friends? (Album: Double Plaidinum). BAD ASTRONAUT spielen auf ?Houston: We Have a Drinking Problem? mit ihrem hohen musikalischen Verständnis für Space, Rock, Pop und Punk ohne zu dick aufzutragen. Das Ergebnis sind schöne und interessante Songs ohne Poserei oder gekünstelter Melancholie, teilweise mit unkonventionellen Abläufen und Strukturen, mal eingängig, mal nicht.
Highlights: Track01 ?These Days?, Track04 ?Break Your Frame? (Jon Snodgrass ? Cover), Track05 ?Disarm?, Track 11 ?Another Dead Romance?.

Fazit: Die Punkrock-Polizisten, die so engstirnig sind, dass sie mit beiden Augen durchs Schlüsselloch gucken können, werden ?Houston: We Have a Drinking Problem? nur schwer ins Herz schliessen können, womöglich ?Verrat!? schreien und behaupten, dass das gar nichts mehr mit Punkrock zu tun hätte. Doch BAD ASTRONAUT verbinden gekonnt Elemente aus Punkrock, Pop, Rock und Space zu einem interessanten musikalischen Werk, das sowohl Fans von Grandaddy, Radiohead oder David Bowie als auch Fans von Lagwagon mögen könnten.

10.10.2002 Martenihatejack(at)web.de