Tonträger

Tracklist

1. You ignore them all
2. Perfectly broken
3. Sunlight
4. Sound of the republic
5. Killing it
6. Back
7. Hertz island escapades
8. Some of these times
9. Nation of incomplete
10. And then they run
11. Bleed under my pen
12. Time will let you go, all alone, I break

RAISED FIST

Sound Of The Republic

VÖ: 07.04.2006
Label:
Burning Heart Records
Web:
http://www.burningheart.com

Leute, macht euch gefasst auf eine gepflegte Salve an Kanonanschlägen, auf eine musikalische Blutgrätsche, auf den Vorschlaghammer unter den Langspielplatten! Lange haben Raised Fist auf einen Nachfolger des Kracher-Albums ?Dedication? warten lassen, jetzt prügeln sich die fünf Schweden mit ?Sound Of The Republic? wieder in die Herzen ihrer Hörerschaft. Wenn es eine Band gibt, die alles richtig macht, indem sie ihren Stil nicht ändert, dann ist es Raised Fist. ?Sound Of The Republic? knüpft dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat. Mit Vollgas planiert ?You Ignore Them All? zu Beginn des brutalen Dutzends schon einmal das Feld ? so kennen und lieben wir die Jungs! Frontmann Alexander Hagman keift sich in bekannter Manier die Stimmbänder wund, der Bass knurrt wie ein Raubtier, die Gitarren pulverisieren die Trommelfelle, und Neu-Drummer Matte Modin (Dark Funeral) lässt die Schießbude brennen. Songs wie ?Back?, ?Bleed Under My Pen?, ?Hertz Island Escapades? und ?Nation Of Incomplete? lassen jede möchtegern-harte Hardcore-Combo wie Konfirmanden aussehen. Kompromisse können andere machen, hier wird geschmettert ohne jemals die Kontrolle zu verlieren.
Selbstverständlich bringt der ganze Einsatz nichts, wenn das Soundgewand nicht stimmt. Aber wir haben es schließlich mit einer schwedischen Band zu tun, und die Nordmänner wissen eben, wie man harte Klänge abmischt. Mit Daniel Bergstrand (In Flames, Meshuggah) haben Raised Fist einmal mehr ihren Haus- und Hofproduzenten rekrutiert, der ?Sound Of The Republic? eine grandiose Wucht verliehen hat.

Wer jetzt den Eindruck vermittelt bekommen hat, dieses Album würde ausschließlich aus monotonem Uptempo-Gebolze bestehen, sollte Songs wie ?Perfectly Broken?, ?Sound Of The Republic? oder ?Some Of These Times? anwählen. Hier fährt das Quintett die Geschwindigkeit drastisch herunter und bietet wütende ? bisweilen dank eines dezenten Keyboard-Einsatzes atmosphärische ? Stampfer. Lied Nummer zwölf (unglaublich, Raised Fist überraschen uns tatsächlich mit einem Album, das mehr als die obligatorischen elf Tracks beinhaltet) driftet zudem schwer in Industrial-Gefilde ab, was die Qualität dieses Knochenbrechers allerdings nicht schmälert.

Ein glatter Zehner, sollte man meinen. Und diesen hätten sich die fünf Schweden auch verdient. Hier kommt der fürchterliche Konjunktiv wieder zur Geltung, denn ?Sound Of The Republic? kommt leider nicht hundertprozentig an ?Ignoring The Guidelines? heran. Dieses Wahnsinns-Teil ist an Frische und Durchschlagkraft einfach nicht zu überbieten ? die Krux einer hoch liegenden Messlatte. Trotzdem beide Daumen nach oben und Knüppel aus dem Sack!

25.02.06 Jack