Tonträger

Tracklist

1. Knife Blood Nightmare
2. The Last Sunrise
3. Die Romantic
4. Genetic Design For Dying
5. Breathless
6. Unbreakable (I.J.M.A.)
7. It's Cold Tonight
8. Enjoy The View
9. Goodbye We're Failing Fast
10. This City Is Far From Here
11. See You In Hell

AIDEN

Nightmare Anatomy

VÖ: 26.09.2005
Label:
Victory Records
Web:
http://www.aiden.org/

Auch von mir persönlich wurden Aiden vor Veröffentlichung ihres aktuellen Longplayers mit einer Menge Vorschusslorbeeren ausstaffiert, fand ich in ihrem Debütalbum ?Our Gangs Dark Oath? doch ein schickes Werk, das der ausgelutschten Screamo-Schiene mächtig Feuer unter dem Hintern macht. Wie einst die mittlerweile etwas ruhiger gewordenen Kollegen von Thrice zu Zeiten von ?Identity Crisis? kombinierten sie schnellen Punkrock mit instrumentalen Spielereien und raffiniert einsetzenden Wutausbrüchen.

Mit großer Freude stürze ich mich also auf den Nachfolger ?Nightmare Anatony? und fühle mich nach ?Knife Blood Nightmare?, ?The Last Sunrise? und ?Die Romantic? sogleich wie im siebten Rockmusik-Himmel: Das schwer geschminkte Quintett aus Seattle (inklusive bunt tätowierter Arme und schwarz lackierter Fingernägel) rockt kräftig los und lässt seichte Genre-Konsorten, die der Auffassung sind, ein paar Riffs und ein wenig Gebrüll würden zum Erfolg genügen, verdammt alt aussehen. Aiden gelingt es, in sämtlichen Songs sowohl filigran als auch eingängig zu klingen. Setzt sich eine Gitarre mit technischen Spielereien einmal ab oder keift sich Sänger Will die Stimmbänder aus dem Hals, werden diese rechtzeitig von mehrstimmigen Refrains wieder eingefangen. Sympathischer Weise verzichten Aiden auf prolliges Gebolze und bauen trotz ihres düsteren Erscheinungsbildes auf eine positive Grundstimmung, die während der elf Songs aufrecht erhalten wird. Der einzige Minuspunkt dieses ansonsten vorzüglichen Albums ist, dass es die Vollgas-Momente des Vorgängers vermissen lässt. So wirkt ?Nightmare Anatomy? ein wenig gezügelter als ?Our Gangs Dark Oath?.

Trotzdem überzeugen die 40 Minuten mit einer gehörigen Portion Druck und Spielfreude, wie ich sie zuletzt auf Thrice?s ?The Illusion Of Safety? erlebt habe, und genau dieses Album lässt auch bei dem Intro von ?Goodbye We?re Failing Fast? deutlich grüßen. Diese Scheibe kann ich auch bei den unterkühlten Blicken der jungen Band auf dem Backcover wärmstens empfehlen.

07.09.2005 Jack