Tonträger

Tracklist

1. I?d Tell You But...
2. The Press Corpse
3. Exodus
4. The Project For A New American Century
5. Hymn For The Dead
6. This Is The End (For You My Friend)
7. One Trillion Dollars
8. State Funeral
9. Confessions Of An Economic Hit Man
10. War Sucks, Let?s Party!
11. The W.T.O. Kills Farmers
12.Cities Burn
13. Depleted Uranium Is A War Crime

ANTI FLAG

For Blood And Empire

VÖ: 17.03.2006
Label:
Rough Trade
Web: 
http://www.redinkmusic.de

Mal ehrlich, es hatte schon ein bisschen etwas von einem Aprilscherz, als die Nachrichtenticker verlauten ließen, Anti-Flag hätten bei der Sony-Tochter RCA Records einen Plattenvertrag unterschrieben. Als die Band selbst dann den Wechsel von Fat Wreck Chords zur großen Plattenfirma bestätigte, war die dezente Verwunderung perfekt. Anti-Flag, die wie kaum eine andere Band die Geldmaschinerie verdammten, treten in eine Musikwelt ein, in der jedes Album sich unter das Joch verkaufter Einheiten begeben. An diesem hatten bereits einige namhafte Punkrock-Bands (siehe Bad Religion) zu knapsen. Aber ich unterstelle Anti-Flag einfach, dass sie wissen was sie tun, wenn sie ihren neuen Longplayer ?For Blood And Empire? ins Haifischbecken werfen. Bei aller Attitüde gegen die Ausbeutung der Landwirtschaft, gegen Kriegstreiberei (selbstverständlich mit dem texanischen Sheriff im Fadenkreuz), Rassismus und Korruption wird es dieses Album wahnsinnig schwer haben, dauerhaft auf Beachtung zu stoßen. Mit Sicherheit werden sich die bekennenden Fans an den klassischen Punkrock-Stampfern mit hohen Mitsing-Faktor wie beispielsweise ?Project For A New American Century? erfreuen oder in ausgelassener Manier bei aggressiven Vollgas-Nummern wie ?State Funeral? und ?Depleted Uranium Is A War Crime? (damit wären übrigens alle Uptempo-Songs genannt) den Pogo auspacken. Dennoch wirkt dieses Album irgendwie unsicher. Zwar setzt das Quartett aus Pittsburgh nach wie vor auf eingängige Streetpunk-Elemente, Refrains und typische ?Woooo?-Chöre, die zur kollektiven Teilnahme einladen, und Justin Sanes quakenden Gesang, es fehlt den Songs jedoch zumeist an der nötigen Durchschlagskraft, die zum Beispiel Ex-Labelkollegen Rise Against bei ihrem Major-Debüt an den Tag legten. Ein Großteil der Songs wirkt verbraucht und kraftlos, was zum Teil auch an der schwachen Produktion von Dave Schiffmann liegt. Das Schlagzeug ist schwach auf der Brust, die Gitarren wirken gebremst und das markante Organ von Justin Sane muss gegen die Instrumente um Beachtung ringen. Die zwischenzeitlich eingesetzte Trompete (?Hymn For The Dead?) und das Gitarrenspiel von Ex-Rage Against The Machine- und Audioslave-Mitglied Tom Morello eigenen sich leider auch nur für Randbemerkungen. ?For Blood And Empire? ist ein bemerkbarer Rückschritt im Vergleich zum großartigen Vorgänger ?The Terror State?. Hoffen wir nur, dass die Karriere Anti-Flags unter dem Stern der großen Plattenindustrie nicht so zerbricht wie Maschinengewehre im Artwork.

25.02.2006 Jack