Tonträger

Tracklist

1. Fear on the Bridge (Upon the Boiling Sea I)
2. Deadly Sinners
3. Revenge Is a Vulture
4. Dominion of Deceit
5. Premonition of Pain
6. Lord of the Storm (Upon the Boiling Sea II)
7. Wykydtron
8. Swordmaster
9. Axes of Evil
10. Crazy Nights
11. Destroy the Orcs
12. Phantom of the Crimson Cloak
13. Isle of Eternal Despair (Upon the Boiling Sea III)

3 Inches Of Blood

Advance And Vanquish

VÖ: 31.01.2005
Label:
Roadrunner Records
Web:
www.3inchesofblood.com

Könnt ihr euch noch an Zeiten erinnern, in denen es cool war, wenn man nach seiner Schicht als Waffenschmied noch schnell einen selbsterlegten Drachen mit in die heimatliche Lehmbutze gebracht hat? Zeiten, in denen man einen schiefen Blick noch mit einem gepflegten Breitschwert-Hieb vergolten hat und ein toter Fuchs um der Hüfte noch als sehr kleidsam galt? Genau aus dieser Epoche stammen 3 Inches Of Blood, die Troubadoure aus dem Reich der Krieger, und sie sind hier, um den Heerscharen an Nu-Metal-Bands den Kampf anzusagen.

Deshalb haben die Kanadier ordentlich in der Mottenkiste des Metal herumgewühlt und mit ?Advance And Vanquish? ein Album zusammengezimmert, welches die Abtrünnigen Jung-Metaller wieder auf den richtigen Old-School-Pfad leiten soll. Dieser Kreuzzug läuft dementsprechend unter der Flagge des British Heavy Metal der 70er Jahre mit den typischen Gitarrenriffs und natürlich ?soli. Die Drums sind nicht ganz so bieder und stampfend wie vor 30 Jahren ? in Songs wie ?Dominion Of Deceit?, ?Lord Of The Sotrm? oder ?Wykydtron? wird sogar im Galopp geritten ? sondern orientieren sich eher an der Verspieltheit der Neuzeit. Welch? Frevel, hätten 3 Inches Of Blood für diese Scheibe keinen übertrieben glasklaren Sound auserkoren, nicht zuletzt, damit der wahrhaft hohe Gesang zwischen den wuchtigen Instrumenten nicht verloren geht. Ohnehin scheint der Sechser die Stimmen als Hauptwaffe im Arsenal zu haben, denn für das, was stimmlich aus den Boxen hervorstößt, wurden mit Cam Pipes und Jamie Hooper gleich zwei Krieger abgestellt. Vor diesen beiden Herren sollte man tunlichst auf der Hut sein, denn sie quieken und fauchen um die Wette wie zwei Kater, denen man kräftig auf den Schwanz getreten hat. V

on Manowar bis The Darkness hat der hohe Gesang seine Berechtigung und einen klaren Kult-Charakter, aber das Gekrächze ist nervtötend wie ein quietschender Keilriemen im Auto und schlägt den mutigsten Kämpfer in die Flucht. Durch eine Dauerbeschallung mit ?Advance And Vanquish? kann man sicher prima Festungen einnehmen oder Gefangene zum Reden bringen, aber mit Sicherheit keine Schlacht um die Gunst der Hörerschaft gewinnen. Nur für ganz harte Krieger empfohlen!

20.01.2005 Jack