Tonträger

Tracklist

1. This Summer
2. Make My Day
3. Up All The Way
4. Daddy Takes Good Care
5. The Way It Is
6. Gonnabe
7. Broken Hearted?!
8. White Flag
9. Push And Pull
10. Venereal Disease
11. Procrastinate
12. Gossip Monger

0eigh15Teens

Feels Good To Be Sad

VÖ: 11.04.2004
Label:
Eclipse Records
Web: www.eclipserecords.com/item_er9015.htm

Riecht nach Boygroup, sieht aus wie eine Boygroup ? muss wohl eine Boygroup sein. Alleine der Bandname mit einer Melange aus Zahlen und Wörtern, zudem noch der Begriff ?Teens?, lassen auf keinen Fall eine andere oberflächliche Schlussfolgerung zu. Hier werden Alpträume von den East 17, bestenfalls von Blink 182, wahr, oder sieht die Realität etwa ganz anders aus? Also nichts wie rein in die Bittstellung und synchron dazu mit der Schillerscheibe in die Anlage. Ernüchterung tritt ein, denn die fünf Münsteraner spielen keine schmalzigen Popsongs und langweilige Liebes-Hymnen, sondern knackigen Poppunk der Marke Donots (wohnen ja auch nicht so weit weg) oder Millencolin.

Zwar startet ?Feels Good To Be Sad? dank durchschnittlicher Midtempo-Nummern nach dem typischen Strickmuster ?Ruhige Strophe ? druckvoller Refrain? sehr schleppend, und man bekommt schnell den Eindruck, es hier mit einem verspäteten Versuch zu tun zu haben, die Kiddie-Punk-Welle wieder zu beleben. Doch wer über ein wenig Durchhaltevermögen verfügt, der bekommt im Verlauf des Albums mit ?Gonnabe? druckvolle Klänge zu hören und darf sich bei ?Push And Pull? und ?Gossip Monger? reichlich an NOFX oder alte Millencolin erinnert fühlen. Vergessen sind die Momente, in denen 0eigh15Teens mit den Auslauf-Rockern von Dog Eat Dog um die Wette crossovern (?Up All The Way?) oder die vor einigen Jahren (Jahrzehnten?) in die Höhe gehypten Bläsereinsätze wieder aufwärmen. Ohnehin bewegt sich ?Feels Good To Be Sad? strukturell und musikalisch ein großes Stück in der Vergangenheit: Viel Poppunk aus den 90ern, wenig Emo, kein Screamo, dazu meist fröhliche Melodien, viele Oooohs und Aaaahs und die seinerzeit obligatorische Coverversion eines?na ja?Klassikers (?White Flag? von Dido). Unterstützung gab es von Thumb- und Alternative Allstars-Frontmann Claus Grabke an den Reglern und Millionen von Japanern vor den Bildschirmen, denn im fernen Osten ist das Quintett eine große Nummer und läuft auf MTV zwischen Metallica und Avril Lavigne.

Scheinbar haben die schmerzfreien Japaner noch nicht genug von dieser Art Musik, vor einigen Jahren wären die Münsteraner Poppunker in den hiesigen Breitengraden für dieses Album wegen Belanglosigkeit in Kombination Weichspül-Trittbrettfahrerei noch in Grund und Boden gestampft worden, heute geht dieses Album schon wieder in Ordnung - ohne kreischende Teenies.

24.11.2004 Jack